kakakiri

Nähen · Ballett · Musik · Reisen

Schlagwort: Stoff

Kopflose Flamingos oder die Sache mit dem Rapport

Treffen sich zwei Flamingos. Was wie der Anfang eines Witzes klingt, war in Wahrheit die große Herausforderung meines letzten Nähprojekts. Ganz arglos hatte ich im vergangenen Sommer diesen Doubleface-Stoff mit Glitzerflamingos auf der einen und maritimen Streifen auf der anderen Seite gekauft. Auf Verdacht, ohne konkretes Projekt im Kopf – einfach, weil er mir gefiel.

Als mir nun ein Verwendungszweck einfiel, fingen damit auch schon die Probleme an: Für den Sweat-Blazer Lady Grace von mialuna brauchte ich nämlich laut Maßtabelle mindestens 1,55 m Stoff. Ich hatte aber nur 1,20 m gekauft. Und mir war klar, dass natürlich gerade bei einem Motiv wie den Flamingos nichts herauszuholen sein würde, indem man Schnittmusterteile geschickt gegeneinander verschränkt auf dem Stoff platziert. (Hier spricht die Frau, die mal ein Shirt mit Ankern im Kopfstand genäht hat…)

Zum Glück ließ sich für den Flamingo-Stoff noch Nachschub auftreiben. Natürlich habe ich nicht nur die fehlenden 30 cm gekauft, sondern 60 cm bestellt, damit in der Höhe auch Platz für die einschlägigen Teile des Schnittmusters wäre.

Der Zuschnitt konnte also beginnen. Während Zuschneiden schon bei „normalen“ Projekten nicht zu meinen Lieblingsarbeiten zählt, war es in diesem Fall ein Puzzle mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad: Um sicherzustellen, dass die Flamingos nicht an ungünstigen Stellen zerteilt werden und v. a. idealerweise an den Nähten auch wieder passend aufeinandertreffen, habe ich jedes Teil einzeln zugeschnitten und nicht wie sonst in doppelter Stofflage. Die Tüftelei funktionierte so lange gut, bis ich zu den Seitenteilen des Rückens gelangte, die ich aus dem nachgekauften Stoffstück zuschneiden wollte. Das hatte zwar die notwendige Gesamthöhe dafür, aber der Abschnitt passte nicht zu dem des Rückenmittelteils, da der Rapport so groß ist. Es war also nicht möglich, die Schnittmusterteile so anzulegen, dass identische Flamingos aufeinander trafen, da dann wiederum doch oben oder unten jeweils ein Stückchen gefehlt hätte. Auf dem Rücken musste ich mich also von der Idee passgenau angesetzter Flamingos verabschieden.

Blieb noch eine kritische Naht auf der Vorderseite, an der es galt, die Nahtzugaben möglichst haargenau gleich zu bemessen, um am Ende einen vollständigen Flamingo zu erhalten. Das Kunststück ist bei näherem Hinsehen nicht ganz gelungen, führt aber auf den ersten Blick jedenfalls nicht zu Irritationen. Zum Glück können Flamingos ja bekanntlich auch auf einem Bein stehen.

Totgesagte quilten länger: Verlängerung für den 365-Tage-Quilt

Mit guten Vorsätzen ist das bekanntlich so eine Sache: Voll motiviert startet man sein neues Projekt, bevor nach einigen Wochen der Schlendrian einsetzt. Nicht anders erging es mir mit meinem Großprojekt, das ich mir für 2015 vorgenommen hatte: dem 365-Tage-Quilt. Was im Januar noch ganz vielversprechend anfing, sah Anfang April schon etwas angespannter aus. Und weil auch in den folgenden Monate keine großen Fortschritte zu vermelden waren, folgte hier im Blog ein langes Schweigen.

In der Zwischenzeit habe ich den Quilt jedoch nicht still und leise abgeschrieben, sondern weiterhin bei jedem Nähprojekt Reste genutzt, die beim Zuschnitt entstanden, um weitere Quilt-Quadrate zuzuschneiden. Allerdings war bis Mitte des Jahres klar, dass die Zahl von 365 Quadraten bis Jahresende nicht zu erreichen wäre. Daher habe ich mich entschieden, das Projekt ins Jahr 2016 zu verlängern.

IMG_9243

angefangene und fertige Reihe, Dez. 2015

Ich hatte im Laufe des Jahres bereits immer wieder farblich passende Stoffstücke zu Reihen arrangiert. Vier Reihen sind mit 14 Quadraten abgeschlossen, einige weitere angefangen. Im Nachhinein stellt sich das nun als Fehler in der Vorgehensweise heraus, weil ich leider erst kürzlich auf eine Anleitung¹ zum akkuraten Zusammenfügen von Quilts gestoßen bin, die ein anderes Vorgehen empfiehlt: Jeweils vier Stoffstücke werden dabei zu Quadraten arrangiert, die anschließend zusammengenäht werden.

Quilt Quadrate arrangieren

Quadrate aus jeweils vier Stoffstücken

Indem man die beiden Reihen direkt nacheinander durch die Maschine füttert, hängen sie in der Mitte bereits zusammen und es ist beinahe idiotensicher, einen sauberen Mittelpunkt zu erzielen.

IMG_9247.JPG

Zwei benachbarte Reihen werden mit einem Faden zusammengenäht

Auf diese Art und Weise habe ich nun 48 weitere Quilt-Blocks zu 12 Quadraten verarbeitet. Später werden diese Quadrate miteinander vernäht und wenn es dabei gelingt, die Stellen, an denen dann wiederum vier Stoffstücke aufeinander treffen, sauber zu treffen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch im fertigen Quilt weniger Verschiebungen und Ungenauigkeiten zu sehen sind.

IMG_9249

Saubere Mitte.

Wie ich die angefangenen und fertigen Reihen mit den neuen Viererblocks am Ende kombiniere, bin ich mir noch nicht sicher. Vorerst sammle ich also weiter und vernähe passende Viererkonstellationen.

Mit den bereits zu Reihen zusammengefügten Stoffstücken und einigen nun noch übrigen Blocks komme ich zum Ende des Jahres immerhin auf 154 verarbeitete bzw. vorbereitete Quiltstücke. Um am Ende eine Gesamtgröße von etwa 140 x 180 cm zu erreichen, brauche ich also rund 100 weitere Quadrate für meinen Quilt. Gute Vorsätze für 2016: check.

¹Die Anleitung, auf die ich mich beziehe, hätte ich hier gerne verlinkt – ich weiß nur leider nicht mehr, wo ich sie gefunden habe.

Aufgeräumt und zugenäht!

Als ich diese Woche über diese Anleitung zum fein-säuberlichen Falten und Organisieren von Stoffstücken stolperte, war klar, was ich am Wochenende tun würde… (Es geht doch nix über ein gewisses Maß an OCD!)

Angesichts dieser Stapel stellt sich allerdings schon die Frage: Ob ich wohl von akuter Stoffsucht befallen bin? Und wie therapiert man die?

 

365 im Quadrat = 2015

Zum neuen Jahr gute Vorsätze zu fassen (um sie dann innerhalb kurzer Zeit doch wieder zu vernachlässigen) war bisher nicht so mein Ding. Nun bin ich aber pünktlich zum Jahresende 2014 auf ein Projekt gestoßen, das mich sowohl durchs Jahr 2015 begleiten könnte als auch gleichzeitig helfen, meine wachsende Sammlung von Stoffresten zu dezimieren: ein 365-Tage-Quilt. Tja, ich bin zwar ein Jahr zu spät dran, um noch einzusteigen, aber die Idee gefällt mir dennoch.

Sicherlich werde ich es nicht schaffen, jeden Tag daran zu werkeln, aber nach- und vorarbeiten war ja auch unter den diesjährigen Teilnehmern erlaubt. Ich möchte also im Schnitt sieben Stoffquadrate pro Woche zuschneiden und verarbeiten und am Ende des Jahres mit einer großen Patchworkdecke dastehen.

Da ich mehr Jersey- als Baumwollreste habe und ich mir außerdem eine Jerseydecke kuschliger vorstelle, werde ich als zusätzliche Schwierigkeit (hauptsächlich) Jerseystoffe verarbeiten und damit riskieren, dass sich das gute Stück am Ende stärker verzieht. Mal sehen, wie schnell ich das bereue…

Über den Status quo meines 365-Tage-Quilts werde ich natürlich regelmäßig berichten (und vielleicht gelegentlich fluchen). Los geht’s also am Donnerstag mit Quadrat 1.

Und eure Vorsätze so?

© 2017 kakakiri

Theme von Anders NorénHoch ↑

%d Bloggern gefällt das: