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Ella für Elfen: Kleid zu verschenken

Manchmal muss man auf die harte Tour lernen: Kaum ein Tutorial, Forum oder Nähblog, der nicht ausdrücklich darauf hinweist, dass man vor dem Zuschnitt in einer bestimmten Größe die Maßtabelle des Schnittmusters studieren soll. Kaufgrößen und „Nähgrößen“ können sich nämlich bisweilen deutlich unterscheiden. Außerdem hat man natürlich beim Selbernähen die Möglichkeit, Größen zu kombinieren (beispielsweise oben eine 38, an der Hüfte eine 40). Da ich im Normalfall mit einer Größe 38 bei pattydoo-Schnittmustern gut gefahren bin, hatte ich auch das Schnittmuster für das Kleid Ella in der Größe ausgeschnitten. Ein Fehler, wie sich zeigen sollte.

Seit langem lag ein Trigema-Coupon in meinem Stoffvorrat – genau die richtige Menge für ein Sommerkleid mit amerikanischem Ausschnitt und kurzen Ärmeln. Ein solches Kleid gibt es nun auch, jedoch nicht für mich. Denn nachdem Ober- und Unterteil verbunden waren und die Schneiderin zur Anprobe hineinschlüpfen wollte, zeigte sich die Fehlentscheidung, das Schnittmuster auf gut Glück in Größe 38 zu nähen: Schon an den Schultern war Ende – keine Chance, das Kleid überhaupt ganz überzustreifen.

Ein Blick in die Größentabelle ergab: Tatsächlich wäre wohl die Größe E passender gewesen, wobei das zu klein geratene Kleid auch der zierlichen Kollegin, der ich es hätte vererben können, nicht passte. Vielleicht ist also beim Nähen noch mehr schief gelaufen…

Doch des einen Leid könnte des anderen Freud sein: Bevor dieses Kleid nun in den Altkleider-Container wandert, freue ich mich, wenn es hier einen Abnehmer findet. Wer passt rein und gibt diesem Kleid aus violetter Baumwolle mit gelben Bündchen ein Zuhause? Dies sind die Endmaße des Kleids:

Schulterbreite 32 cm
Brustumfang 78 cm
Taillenumfang 70 cm
Gesamtlänge 84 cm

Elfen, Bohnenstangen und Teenies bitte melden

Neue Idee: Ballettröcke made by kakakiri

Unter Profitänzern gibt es viele, die nebenbei ihre eigene Ballettkleidung entwerfen und verkaufen. Die bekannteste ist wohl Yumiko Takeshima, die mit ihrem Trikot-Label Yumiko inzwischen zur weltweiten Marke geworden ist. Aber auch viele andere Ballerinas haben ein Faible für Stoffe und Nähen: Alice Williamson vom Staatsballett Berlin mit ihren Röcken Designed by AliceJordan Reed (ehemals Houston Ballet), die individuelle Trikots anfertigt, Ashley Ellis vom Boston Ballet, die Stulpen und Warmup-Bekleidung herstellt, oder Tracy Jones vom Colorado Ballet, die mit Tulips by Tracy auch ihr eigenes Rock-Label hat. Diese keineswegs vollständige Liste zeigt nicht nur, dass sich offenbar viele Tänzerinnen auch für Textiles interessieren, sondern dass es wohl auch einen Markt für individuell angefertigte Tanzbekleidung gibt.

Während ich schon versucht habe, Trikots selbst zu nähen und bislang mit den Ergebnissen noch nicht ganz zufrieden war, habe ich einige selbstgenähte Ballettröcke, Warmup-Hosen und Stulpen im Schrank, die regelmäßig zum Einsatz kommen. So entstand nun die Idee, doch einmal im Kleinen zu probieren, ob es nicht auch in meinem Umfeld Interessenten für selbstgenähte Ballettkleidung gibt. Für den Anfang konzentriere ich mich auf Röcke, die leicht in verschiedenen Längen, Mustern und Farbzusammenstellungen zu nähen sind.

Ein kleiner Testballon in Form eines Instagram-Bildes und Tweets brachte gleich positive Reaktionen, sodass der Versuch nun Beine bekommt: Ab sofort findet man mich als kakakiri auch auf Etsy und kann dort die ersten selbstgenähten Röcke in verschiedenen Prints und Längen bestellen. Individuelle Wünsche werden natürlich gerne entgegen genommen.

Ballettröcke kakakiri handgemacht Etsy

 

Was als „schnelles“ Stoffreste-Verwertungs-Shirt begann wurde die Geschichte einer Serie von Nähfehlern: Wie ich versuchte, einen verunglückten Halsausschnitt zu retten und dabei alles schlimmer machte.

 

Die Chronologie des Versagens:

  1. Halsbündchen beim Annähen nicht genug dehnen
  2. die Mühe des Auftrennens scheuen
  3. die Schnapsidee ausbrüten, mit einer Knopfleiste den Ausschnitt zusammenziehen zu können
  4. entgegen allen Empfehlungen die Knopfleiste nicht zunächst an einem Probestück nähen
  5. bei dieser Premiere auch noch eigene „Variationen“ hinzuerfinden
  6. Anleitung missverstehen
  7. völlig missglücktes Nähgut erhalten

Nach dieser Serie von Pannen und Fehlern war das Shirt (übrigens nach diesem Schnitt) eigentlich ruiniert, es einfach wegzuschmeißen brachte ich aber trotzdem nicht übers Herz. In einem letzten Rettungsversuch kam mir so die Idee, den Ausschnitt auch unten noch einzufassen und mit einem Knebelverschluss nach asiatischem Vorbild zu versehen. Es wurden dann am Ende Satinbänder und KamSnaps.

Das Longsleeve ist nun zwar grundsätzlich tragbar, doch seit langem eines meiner armseligsten Werke.

Großes Finale für den 365-Tage-Quilt

Was als 365-Tage-Quilt begann, ist nun eine Zwei-Jahres-Patchworkdecke geworden. Und sie besteht auch nicht aus 365 Stoffreste-Quadraten, sondern „nur“ aus 252. Also alles ganz anders. Letztlich ging es ja aber um eine sinnvolle Stoffreste-Verwertung und da kann man die Regeln auch mal unterwegs anpassen.

Nun ist also eine ca. 1,30 m x 1,60 m große Patchworkdecke entstanden, die zu Weihnachten auch schon den Besitzer gewechselt hat. Nachdem ich von der Anleitung von Pech & Schwefel so begeistert war, nach der ich auf halber Strecke angefangen habe, die Stoffquadrate ihrerseits in Vierer-Blocks anzuordnen und zusammenzunähen, habe ich die bereits genähten Reihen noch einmal aufgetrennt – eine Entscheidung, die mir diverse Stunden mit dem Auftrenner beschert hat. Doch diese Methode versprach einfach mehr Präzision.  Die 63 Vierer-Blocks habe ich anschließend halbwegs farbkoordiniert angeordnet und beim Zusammennähen die gleiche Methode verwendet.

Entgegen üblicher Patchwork-Konvention habe ich für die Rückseite einen ganz besonders flauschigen Stoff ausgewählt und dafür auf ein Volumenvlies verzichtet. Die Decke sollte als gemütliche Kuscheldecke auf der Couch dienen können und nicht ein steifer Teppich werden. Diese Entscheidung erwies sich als gut, denn so ist die Decke noch formbar und anschmiegsam.

Nachdem ich mit der Anleitung fürs Zusammennähen schon gut gefahren war, habe ich mich auch beim Quilten und Einfassen an das gleiche Pech-und-Schwefel-Tutorial gehalten.

Bleibt die Frage: und nun?

Als Stoffreste-Projekt war der Quilt ideal und er braucht unbedingt ein Nachfolgeprojekt. Der Bedarf an großen Decken ist aber (auch im Familien- und Bekanntenkreis) natürlich nicht enorm, sodass ich vielleicht eher versuchen sollte, öfter mal eine kleinere (Baby-)Decke zu nähen. Bei der aktuellen Reproduktionsrate meines Umfelds scheint der Bedarf hier jedenfalls noch nicht gedeckt…

 

Ein Adventskalender für den Mann

Männer beschenken ist ja ohnehin so eine Sache. Ihnen einen Adventskalender mit 24 Kleinigkeiten zu bestücken, ist nicht unbedingt einfacher. Natürlich – Schoki und Co. gehen immer, aber wenn es darüber hinausgehen soll, muss man sich schon etwas einfallen lassen. Was ich dem Mann in diesen 24 Säckchen versteckt habe, kann ich hier vor dem 1. Dezember natürlich noch nicht verraten, aber den Adventskalender zeige ich schon mal. Genäht habe ich ihn schon letztes Jahr – und das natürlich nicht zur einmaligen Verwendung.

Zum Nachnähen

Den Hintergrund bildet ein Stückchen Sternenstoff mit den ungefähren Maßen 30 x 70 cm, der vielleicht etwas stabilere Vlieseline (z. B. H 250) vertragen hätte.  An den Ecken wird er einfach mit Gummis an die Tür gehängt. Die 24 Säckchen darauf sind mit KamSnaps befestigt und können also eines nach dem anderen abgeknöpft werden.

Mit KamSnaps werden die Säckchen befestigt.

Mit KamSnaps werden die Säckchen befestigt.

Die Bänder zum Verschnüren der mit Datum bestickten Säckchen hatte ich eigentlich in die Seitennaht eingearbeitet, allerdings lösten sich einige der Bänder beim Waschen auf (da ich die Enden nicht abgeflammt oder anders versäubert hatte), sodass in diesem Jahr in einigen Fällen an Stelle der eingenähten Bänder normales Geschenkband getreten ist.

Jetzt bin ich schon gespannt auf das Gesicht des Adventskalender-Öffners, der ihn heute an seiner Arbeitszimmertür vorfindet!

SnapPap meets Flausch

So schön der neue Arbeitsplatz ja ist, einen Haken hatte er: Da die große Tischplatte nur eine Spanplatte aus dem Baumarkt und keine originäre Schreibtischplatte ist, sind die Kanten nicht abgerundet und ergonomisch gestaltet, sondern scharfkantig. Beim Nähen stört das weniger, da man die Unterarme meist nicht direkt auf der Tischkante ablegt, sondern eher in der Luft hält, um das Nähobjekt durch die Maschine zu führen. Beim Arbeiten am Computer war mir aber schnell klar, dass die Kante so auf Dauer zu unangenehm wäre. Also habe ich mir etwas ausgedacht: Eine Computerunterlage mit flauschiger Handgelenkauflage.

Nun bin ich nicht die erste, die eine Schreibtischunterlage aus SnapPap herstellt, habe für meine aber kleinere Maße gewählt und aus einem Reststück Alpenfleece eine flauschige Ablage fürs Handgelenk konstruiert, die nun verhindert, dass sich die Tischkante in den Unterarm bohrt. Und weil ich schon lange einmal ausprobieren wollte, SnapPap zu bestempeln, habe ich die Mousepad-Fläche mit kleinen Walen (Gratis-Beigabe einer Bastelmaterialbestellung) verziert. Das Ergebnis könnte dazu führen, dass ich meine Stempel-Auswahl mal erweitern muss…

Kurzanleitung

Falls jemand die Computerunterlage nachmachen möchte, hier die wenigen Schritte im Überblick:

Materialbedarf:
  • SnapPap (50 x 35 cm)
  • Alpenfleece oder anderer Stoff (ca. 52 x 12 cm)
  • Füllwatte o. ä.
  • passendes Garn und ggf. Verzierungsmaterial
Schritt für Schritt:
  1. SnapPap zuschneiden. Nach Wunsch die (oberen) Ecken abschrägen.
  2. Alpenfleece mit der flauschigen Stoffseite unten auf die Unterseite der Vorderkante pinnen und festnähen.
  3. Stoff nach oben umklappen und an den Seiten knapp um die Außenkante des SnapPap schlagen und festnähen. Nach Belieben die Naht als dekorative Außenlinie einmal um die gesamte SnapPap-Fläche führen.
  4. Die so entstandene Stofftasche mit Füllwatte ausfüllen
  5. Die Oberkante des Stoffes einschlagen und knappkantig feststeppen
  6. nach Wunsch die SnapPap-Fläche verzieren.

Fertig!

Giraffe im Jumpsuit

Ich habe es aufgegeben, einen Jumpsuit kaufen zu wollen. Alle Anproben endeten mit dem gleichen Bild: eine Giraffe im Strampelanzug. Ein Jumpsuit ist für lang Gewachsene quasi der Endgegner beim Klamottenkauf: Beine zu kurz, Taille verrutscht, Länge vom Schritt bis zur Schulter viel zu kurz… Wenn man knapp 1,90 m groß ist, wird man bei normaler Konfektionsware wohl kaum fündig. Also hilft nur Selbernähen.

Das erfordert natürlich eine entsprechende Anpassung des Schnittmusters. Das allerdings ist gar nicht so einfach wie es sich nun anhört. Zwar kommt das ausgewählte Schnittmuster mit einer recht detaillierten Maßtabelle, aber wie misst man die benötigte Innenbeinlänge, wenn man nicht ganz sicher ist, wo der Schnitt den Schritt vorsieht – ein bisschen locker darf die Hose ja ruhig sitzen. Und wie verhält sich die Distanz vom Schritt zur Taille – muss ich da auch noch etwas zugeben? Wohl deswegen empfehlen Profis immer erst ein Probeteil aus billigem Stoff zu nähen. Aber wenn ich schon Geld für Stoff ausgebe, will ich das Ergebnis im Zweifel auch tragen wollen. Also gleich ran an den richtigen Stoff! Ein schwarzer Interlock-Jersey und königsblaue Spitze lagen ja bereit.

Bei der Schnittmusteranpassung habe ich schließlich (vermeintlich großzügig) 8 cm Länge im Oberteil und 10 cm an den Beinen zugegeben und drauflosgenäht. Nach dem Nähen beider Einzelteile kam der spannende Moment – und die Ernüchterung: Wenn von Hose und Oberteil zusammengenommen noch einmal ca. 5 cm für den Tunnelzug verschwinden, stehe ich vor dem selben Problem wie bei käuflichen Jumpsuits.

Wäre ja auch zu einfach gewesen. Also doch Impro-Nähen und das Oberteil mit einem 5 cm breiten Streifen noch einmal verlängern. Daraus im nächsten Schritt den innenliegenden Tunnelzug zu basteln, war etwas fummeliger als im Originalschnitt vorgesehen und würde prüfenden Blicken eines Experten nicht standhalten. (Ich habe mir beim Nähen immer vorgestellt, was die Jury bei The Great British Sewing Bee jetzt dazu sagen würde…)

Und wie man auf den Fotos sieht, waren 10 cm zusätzliche Beinlänge auch keineswegs üppig. Schockiert es nur mich, dass ich statt 18 cm in der Gesamtlänge eher 30 cm hätte addieren sollen!?

Endlich ein Spielzimmer!

Nähprojekte verliefen bei mir bislang so: Schneidematte und Stoff unter dem Bett hervorholen (ersteres befand sich auf, zweiteres in einer Unterbettkommode), Schneidematte auf den Schreibtisch legen (der war damit voll), Stoff so geschickt falten bzw. zurechtschieben, dass das Schnittmusterteil richtig zu liegen kommt, mit etwas Hampelei den Rollschneider um das Schnittmuster bewegen (der Schreibtisch war nur von einer Seite zugängig), zugeschnittene Teile auf dem Bett zwischenlagern. Wenn alles zugeschnitten war, die Nähmaschine und die Overlock auf dem Schreibtisch aufbauen (Schreibtisch wieder voll) und zur Benutzung der Overlock das Pedal der Nähmaschine ausstöpseln und das Kabel zur Seite drapieren, um nicht mit den Füßen zwischen den Kabeln zu hängen.

Neuerdings sieht Nähen aber so aus:

Ich habe endlich ein eigenes »Spielzimmer« mit einem großen Arbeitsplatz. 2,50m Spanplatte aus dem Baumarkt sorgen für genügend Manövrierfläche, sodass Zuschneiden und abwechselndes Nähen an zwei Maschinen kein Problem mehr ist.

Doch nicht nur die Arbeitsfläche hat sich exorbitant vergrößert, auch die Organisation und Aufbewahrung des ganzen Zubehörs ist deutlich übersichtlicher geworden. Mit einem zusätzlichen Schubladenschränkchen vom Möbelschweden und einer aus der alten Küche mitgebrachten Magnetleiste herrscht jetzt praktische Zugänglichkeit, wo vorher (zwar sortierte) Plastikkisten und eine große Schublade reichen mussten. Auch die Stoffvorräte sind ins Blickfeld gerückt, wobei sich die Schuhboxen von besagtem schwedischem Möbelhaus schon vorher als Aufbewahrungslösung bewährt hatten:  überschaubar hohe Stapel, geschützt vor Staub, aber sichtbar – ideal also.

Was da übrigens oben auf meinem Nähtisch ausgebreitet ist, zeige ich im nächsten Post…

Reiselust trifft Nähsucht: ein Reiseetui aus SnapPap

SnapPap ist – neben Korkstoff – das große neue Ding unter den Nähnerds. Als veganes Leder angepriesen, fühlt es sich eher an wie Pappe, ist aber ein wahres Wundermaterial: Man kann es waschen, bedrucken, bemalen, beplotten, färben und natürlich vernähen. Das wollte ich natürlich auch unbedingt mal ausprobieren.

Ich habe mich für meine ersten Versuche mit dem Material für die Variante in hellbraun entschieden, weil ich mir einen lederähnlichen Look versprach. Nun gleicht es zwar auch optisch eher Pappe, aber das kann ja auch chic sein (man denke an Retro-Notizhefte, die ja auch beliebt sind).

Da gerade die Urlaubsplanung für den Sommer in vollem Gange ist, habe ich mir ein Reiseetui ausgedacht, in dem zwei Reisepässe, Flugtickets, Hotelzimmer- oder sonstige Karten und Ausdrucke wichtiger Reiseunterlagen Platz haben. Dafür sollte das stabile SnapPap schließlich gut geeignet sein und man muss nichts verstürzen, verstärken oder versäubern.

Ausgehend von den Maßen zweier Reisepässe und der Breite einer DIN-A4-Seite habe ich folgenden Schnitt ausgetüftelt:

Reiseetui Maße SchnittmusterDa alle Nähte sichtbar sind, muss man vorher genau überlegen, was in welcher Reihenfolge woran genäht werden muss. Mein Masterplan lautete daher wie folgt:

  1. Kam Snaps anbringen: für den Verschluss einen Teil des Snaps auf einer kleinen Lasche (oben nicht im Bild, bei mir ca. 2 x 5 cm groß) anbringen. Das Gegenstück auf der Vorderseite montieren und dabei nicht so blöd sein, den Snap mit dem schönen Cap nach oben anzubringen (ich weiß, warum ich darauf hinweise!). Das ist ein wenig tricky, weil man das SnapPap eng zusammenrollen muss, um mit der Zange an die Position des Snaps zu kommen.
  2. Die Lasche in der hinteren Klappe „versenken“: Dazu die Mitte ausmessen und mit einem Cutter einen Schlitz passender Länge in den Falz schneiden.
    Reiseetui Snappap Kakakiri
  3. Verzierung der Vorderseite: Ich habe mich dafür entschieden, die Vorderseite mit Goldgarn zu besticken. Das ist natürlich nur möglich, bevor die Klappe innen befestigt wird. Verzierungen, die also auf die Innenseite „durchschlagen“ sollten tunlichst jetzt vorgenommen werden. (Besticken ist bei SnapPap übrigens so eine Sache: Da das Material dabei so häufig perforiert wird, muss sich noch zeigen, ob die Idee nicht eher blöd war…)
    Reiseetui SnapPap Besticken Kakakiri
  4. Flugticket-Einschub anbringen: dieses Fach wird zu diesem Zeitpunkt nur vertikal angenäht. Dazu eventuell mit etwas Wondertape / Stylefix fixieren und unten akkurat an der Kante ausrichten.
  5. Kartenfächer anbringen: Das SnapPap-Stück für die Kartenfächer muss zunächst in vier gleiche Teile unterteilt werden. Wenn man das auf Anhieb hinbekommt, hat man auch nicht die falschen Markierungen im Bild. Anschließend auch dieses Teil vertikal kurz hinter dem Falz festnähen und die Lasche mit dem Kam Snap dabei miterfassen. Anschließend entlang der oberen und unteren (aber NICHT der mittleren) Markierung das Kartenfach an die Rückklappe nähen.
    Reiseetui Kartenfächer KamSnap Kakakiri
  6. Reisepassfächer trennen: Nun folgt die mittlere Naht, die durch die Kartenfächer, die Reisepassfächer und die Rückseite des Etuis geht. Bei der Wahl des Garns solltet ihr euch daher überlegen, welchen Spulenfaden ihr einsetzt, da der nachher von außen auf der Rückseite sichtbar sein wird.
  7. Last but not least: oben und unten jeweils mit einer durchgehenden Naht alle Teile (Vorder- bzw. Rückseite mit den jeweiligen Klappen und Fächern) knappkantig (!) zusammen nähen.

 

FERTIG!
Reiseetui Snappap Vorderseite Kakakiri

Pärchen-Handschuhe für kalte Winterspaziergänge

Man kennt das: Bei Winterspaziergängen muss man sich entscheiden – warme Finger oder Händchen halten mit der besseren Hälfte. Beides geht irgendwie nicht. Ein Handschuh für zwei verschränkte Hände wäre die Lösung. Und das müsste sich doch nähen lassen. Eine kurze Pinterest-Recherche nach Pärchen-Handschuhen ergibt dann auch, dass die Idee nicht neu ist, bisher aber hauptsächlich Strickanleitungen dazu kursieren.

Also habe ich selbst einen Entwurf gemacht. Die Herzform hat natürlich einen gewissen *hach*-Faktor, bietet sich aber für zwei verschränkte Hände auch einfach an. Mit der Formenpalette aus Word, Microsoft Paint und meinen großartigen Bildbearbeitungs-Fähigkeiten habe ich ein Schnittmuster gebastelt, das ich hier auch zum Download anbiete. Natürlich kann man es sich auch in beliebiger Größe ganz einfach selbst erstellen.

Materialbedarf

  • ca. 30 cm * 120 cm kuscheliger Stoff
  • ca. 10 cm Bündchen (oder alte Socken, Erklärung s. u.)
  • ggf. Material zum Verzieren
  • Schnittmuster

Anleitung

Weil diese Handschuhe ja nicht so eng anliegen werden wie normale Fingerhandschuhe und ich eine notorische Frostbeule bin, habe ich mich gleich entschieden, sie mit einem Innenfutter zu nähen. (Eignet sich hervorragend zur Stoffreste-Vernichtung, weil man vom Futter nichts sehen wird.) Man muss das Herz dafür also viermal im Bruch zuschneiden: zweimal aus dem Oberstoff und zweimal als Futter (Sweat oder Fleece bietet sich hier an).

Die beiden Innenteile legt man so aufeinander, dass die kuschligen Stoffseiten innen sind. Nun außen zunähen und nur die beiden Eingriffe (zwischen den roten Markierungen) offen lassen. Das Innenteil nicht wenden.

Die Innenteile mit den kuscheligen Seiten innen zusammen nähen

Die Innenteile mit den kuscheligen Seiten innen zusammen nähen

Die Außenteile kann man entweder erst noch mit Applikationen, Webbändern oder sonstigem Schnickschnack verzieren oder direkt rechts auf rechts nach dem gleichen Prinzip zusammennähen. Die Nahtzugabe an der Spitze des Herzens am Besten etwas zurückschneiden und oben ein wenig einknipsen, dann lässt es sich nach dem Wenden besser ausformen. Nun durch eine Eingriffsöffnung wenden.

Die Nahtzugabe an der Spitze des Herzes zurückschneiden

Die Nahtzugabe an der Spitze zurückschneiden

Jetzt steckt man das Innenteil durch die Armöffnung in das Außenteil und bringt die beiden Öffnungen übereinander. Als Bündchen eignen sich alte Socken hervorragend: Selbst wenn die an der Sohle oder an den Zehen Löcher oder dünne Stellen haben, ist der Teil oberhalb der Ferse ja meist in guter Verfassung. Also einfach abschneiden und wiederverwerten – entweder direkt das Sockenbündchen nehmen oder den glatten Teil der Socke doppelt legen.

Die (Socken-)Bündchen mit der offenen Seite nach oben auf die Eingriffe stecken.

Die (Socken-)Bündchen mit der offenen Seite nach oben auf die Eingriffe stecken.

Jetzt kommt der fummeligste Teil: das Bündchen mit der offenenen (unversäuberten) Kante nach oben auf die Eingriffsöffnungen stecken. Nun alle drei Teile (Innenteil, Außenteil und Bündchen) mit einer Overlock- oder Zickzacknaht aneinander nähen. Damit die Naht nachher glatt liegt, habe ich sie noch abgesteppt.

Pärchen Handschuh kakakiri schwarzPärchen Handschuh kakakiri rot Fertig!

Nachtrag:

Pärchenhandschuhe Gebrauch kakakiri

Verschenkt und für gut befunden.

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