Nach dreieinhalb Jahren war es mal wieder so weit: Ein neues Handy sollte her – samt dem dazu günstigsten Tarif. In der Theorie sah mein Plan so aus:  bisherigen Vertrag mit einem Monat Vorlauf kündigen, neuen Anbieter aussuchen und Vertrag abschließen, Rufnummer mitnehmen und idealerweise nahtlos mit neuem Gerät und neuem Vertrag weitertelefonieren. In der Praxis erwies sich die Theorie allerdings als nicht mehr als eben genau das.

1. Akt – Die Kündigung

Kein NetzEs begann am 20. Oktober mit einer E-Mail an meinen bisherigen Anbieter, in der ich meinen Vertrag zum 20.  November kündigte. Am übernächsten Tag folgte die Bestätigung, dass meinem Wunsch entsprochen wurde und mein Mobilfunkanschluss mit sofortiger Wirkung abgestellt wurde. Was der Blick aufs Handy bestätigte: Dort , wo sonst der Netzbetreiber steht, stand nun nur noch “Kein Netz”. Also Anruf bei der Hotline, die die SIM-Karte wieder freischalten konnte und die Kündigung nun zum 23. November durchführen würde.

2. Akt – Der neue Vertrag

Nun also ein neues Gerät und den dazu passenden Tarif auswählen. Auch nicht ganz einfach, aber die eigentlichen Probleme sollten erst noch folgen. Denn es erwies sich als unmöglich, das gewünschte Angebot über die Website des Anbieters Simyo zu buchen. Bleibt nur, die Bestellhotline anzurufen. Auch dort konnte man mir aber kein Handy mit Vertrag verkaufen, sondern verwies auf den Handelspartner, der für die Hardware zuständig sei. Ein Anruf bei jenem ergab wiederum, dass auch dort eine telefonische Bestellung nicht möglich sei, sondern ich schriftlich per Post bestellen müsste. Dass ich mich darauf überhaupt eingelassen habe, lag nur daran, dass das Angebot wirklich ein ausgesprochen gutes war. Doch auch meine postalische Bestellung war nicht erfolgreich, da man mich für nicht kreditwürdig hielt… (Warum, ist mir bis heute unklar.)

Es musste also doch ein anderer Anbieter gefunden werden. Mittlerweile war es Mitte November, doch mein theoretischer Zeitplan hätte noch eingehalten werden können…

3. Akt – Die Rufnummernübernahme

…Wenn ich denn die Mail des neuen Anbieters bekommen hätte, in der er mir mitteilte, dass die Bedingungen für die Rufnummernübernahme bei meinem alten Anbieter noch nicht alle erfüllt seien. Diese Mail allerdings meinte Gmail in den Spam-Ordner sortieren zu müssen. So vergingen weitere wertvolle Tage, in denen ich arglos auf die Ankunft meiner SIM-Karte wartete (denn alle anderen Bestätigungs-E-Mails hinsichtlich des neuen Vertrags waren ja angekommen).

Kurz vor Ende des bisherigen Vertrags telefonierte ich also ein weiteres Mal mit dem alten Anbieter, der mir versicherte, dass die Rufnummer freigegeben würde, sobald der neue Anbieter sie abruft, dass das dafür erforderliche Guthaben auf meinem Kundenkonto vorhanden ist und ich die SIM-Karte ggf. als Prepaid-Karte weiternutzen kann, bis die neue Karte eintrifft. Dazu müsste ich dann nur am Tag des Vertragsendes noch einmal Geld auf die Karte laden.

Als der Tag kam, ergab ein erneuter Anruf bei der Hotline, dass ich Guthaben für die Karte nur im Laden kaufen kann, ich diese aber tatsächlich würde weiternutzen können und meiner Rufnummernmitnahme nichts im Wege stünde. Nur Stunden nach dieser Auskunft erschien auf dem Display meines Handys allerdings wieder die besorgniserregende Anzeige “Kein Netz”; eine E-Mail des bisherigen Providers bestätigte denn auch meinen Verdacht, dass meine Karte nun doch deaktiviert worden war. Es folgt: ein weiterer Anruf beim Anbieter. Tja, und diesmal konnte man – warum auch immer – die Karte nicht mehr freischalten.

Also Anruf bei der Hotline des neuen Providers, wann denn endlich die SIM-Karte kommt. Bei der Gelegenheit erfuhr ich zum einen von der offenkundig im Spam gelandeten E-Mail und andererseits, dass die neue SIM-Karte erst dann verschickt würde, wenn die Rufnummernübernahme bestätigt ist.
Der dritte Anruf beim alten Anbieter (verbunden mit jeweils mindestens 20 Minuten in der Warteschleife) führt schließlich zu der Erkenntnis, dass von den ehemals 29,95 €, die ich für die Rufnummernübernahme auf mein Kundenkonto eingezahlt hatte, nach Abzug der letzten Verbrauchskosten (die offensichtlich nicht mehr durch die monatliche Pauschale gedeckt waren, da sie in den Stunden zwischen Vertragsende und Abschalten der Karte anfielen) nur noch 29,18 € übrig waren und aus diesem Grund die Rufnummernübernahme abgelehnt wurde.

77 Cent sind ja schnell überwiesen und sollten spätestens zwei Tage später auch auf dem Konto des Empfängers ankommen, dachte ich. Nach einer Woche und zwei weiteren vergeblichen Versuchen des neuen Providers, die Nummer zu portieren, war ein erneuter Anruf bei der Hotline fällig. Glücklicherweise zeigte man dort etwas Kulanz und verbuchte die 77 Cent aufgrund meiner Angabe, sie schon vor einer Woche überwiesen zu haben.

Nach inzwischen bereits 10 Tagen mit Handy ohne Empfang (nur W-LAN funktionierte) kam einen Tag später die erlösende Nachricht, dass die Rufnummernmitnahme nun bestätigt wurde.

Die nächste Hiobsbotschaft ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Auch nach erfolgreicher Rufnummern-Portierung würde die neue SIM-Karte erst am 11. Dezember freigeschaltet. Also weitere acht Tage später.

4. Akt – Das neue Handy

Nun schien aber alles zu laufen: Das neue Telefon wurde bereits zwei Tage später als verschickt angekündigt und ich ging vorfreudig davon aus, das alte empfangslose Handy vielleicht noch vor Aktivierung der neuen SIM-Karte immerhin gegen das neue empfangslose Handy austauschen zu können.

Weit gefehlt: Das neue Telefon ließ sich ohne SIM-Karte nicht aktivieren…

5. Akt – Die neue SIM-Karte

Pünktlich am Tag vor der Re-Aktivierung meiner Nummer konnte ich dann auch endlich die neue SIM-Karte aus dem Briefkasten fischen. Doch das Drama ist noch nicht zu Ende: Der Umschlag enthielt statt der benötigten und bestellten Nano-SIM eine normale / Micro-SIM. Also Anruf bei der Hotline des Absenders. Dort erklärte man mir, dass sie immer eine normale SIM rausschicken, wenn eine Rufnummernmitnahme vorliegt. Klar, total logisch.

Im Warten habe ich ja inzwischen Übung.

Und dann das Wunder: Die richtige SIM-Karte ist schon drei Tage später im Briefkasten, das Handy lässt sich damit einrichten und die Karte wird binnen weniger Stunden aktiviert. So heißt es also am Ende doch noch:

Ende gut, alles gut.