kakakiri

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kakakiri-Ballettröcke in Szene gesetzt

„Gibt es eigentlich auch Tragefotos von deinen Röcken“, wurde ich schon hier und da gefragt. „Ja, schon. Aber…“ musste ich dann bislang sagen, denn mich selbst wollte ich nicht unbedingt als öffenliches Model heranziehen. Und andere Kunden und Mittänzer dafür ebenso wenig „verhaften“.

Nun ergab sich aber eine Gelegenheit, einige meiner Ballettröcke mit einer Ballerina schön in Szene zu setzen: Yume Okano ist Tänzerin beim NRW-Juniorballett und trainiert regelmäßig mit uns Hobby-Tänzern bei den Open Classes des Ballett Dortmund. Sie hat sich netterweise gleich bereiterklärt, mit meinen Röcken zu posieren und sie ins rechte Licht zu setzen.

Übrigens: Meine Röcke gibt es in verschiedenen Weiten und Längen – sie passen also nicht nur zarten Ballerina-Figuren, sondern auch normalen Frauen.

Neu: jetzt auch bei DaWanda

kakakiri auf DaWanda

kakakiri jetzt auch bei DaWanda

Vor gut einem Jahr habe ich mein kleines Experiment gestartet und begonnen, handgenähte Ballettröcke über Etsy zu verkaufen. Der Zuspruch wuchs in den folgenden Monaten stetig, sodass ich mich inzwischen gut organisieren muss, um neben meinem Fulltime-Job noch Nachschub für den Shop und Spezialanfertigungen herzustellen und weitere Kooperationen (dazu in Kürze mehr!) einzugehen.

Etsy als internationale Seite bescherte mir Kunden aus Japan, Australien, den USA und anderen Ländern. Wer aber hierzulande nach selbstgemachten, individuellen Teilen sucht, schaut wohl zuerst bei DaWanda. Daher habe ich mich entschlossen, auch dort einen Shop zu eröffnen. Ab sofort findet ihr also meine Ballettröcke und Accessoires auch hier:

kakakiri auf DaWanda

 Ein Blick in den Shop

Spitzenmäßiges Upcycling: Vom Spitzenschuh zum Federmäppchen

Spitzenschuh-Friedhöfe sind bei Hobbytänzern keine Seltenheit: Weil man sich von den Foltergeräten nicht trennen kann, werden sie in Kisten, Regalfächern oder Zimmerecken gehortet – das Stockholm-Syndrom der Ballettwelt. Auch bei mir lagen noch zwei Paar „tote“ Spitzenschuhe, die wegzuschmeißen ich bislang nicht übers Herz brachte.

Im November hatte ich mir in London neue Schuhe gekauft – zum ersten Mal nicht von Gaynor Minden, sondern von Bloch. Ich wollte wenigstens probiert haben, ob es eine Alternative zu den (ebenfalls schmerzhaften) Gaynors gibt. Als ich nun nach nur drei Stunden in diesen neuen Schuhen beschloss, sie als Fehlinvestition abzuschreiben, überlegte ich, was ich mit den fast neuen Schuhen anfangen könnte. Sie gebraucht zu verkaufen schien mir – zumal angesichts meiner Schuhgröße (43) – ziemlich aussichtslos. Da erinnerte ich mich hieran:

Ein Beitrag geteilt von Katharina Kierig (@kakakiri) am

Diese Idee wollte ich wiederbeleben. So habe ich die kaum getragenen Spitzenschuhe und ein anderes abgelegtes Paar kurzerhand zu Täschchen mit Reißverschluss umfunktioniert, in denen man Stifte, Kosmetikartikel, Haarutensilien oder Spitzenschuh-Accessoires unterbringen könnte.

Die dafür benötigten Materialien (ein wenig zartrosa Spitze, weißer Baumwollstoff als Unterlage und einige bunte Reißverschlüsse) hatte ich noch im Vorrat, und die Reißverschluss-Einsätze waren schnell genäht. Das Einnähen in die Schuhe wiederum war um einiges pfriemeliger, denn die steifen Spitzenschuhe lassen sich nicht so unter die Nähmaschine zwängen, dass man einmal ringsherum nähen könnte. Daher habe ich nur die beiden Längsseiten jeweils mit der Maschine angenäht und musste entlang der Ferse und der vorderen Rundung von Hand sticheln. Bei einem Schuh habe ich das gleich mit ein wenig Paillettendeko kombiniert, aber meiner Instagram-Bubble gefiel die neutrale Variante besser:

Spitzenschuh instastory bedazzled clean täschchen

Übrigens

Diese vier Exemplare stehen nun in meinem Etsy-Shop zum Verkauf. Wer seinen eigenen Spitzenschuhen auf diese Art ein neues Leben schenken möchte, kann mich gerne kontaktieren.

Juwelen von Balanchine

Ein Workshop des Staatsballett Berlin

Neulich habe ich eine Choreografie von George Balanchine getanzt. „Na und?“ werden die einen jetzt fragen. „Wie das?“ die anderen. (Und wer fragt, „George wer?“, sollte ebenfalls weiterlesen.)

Mit dem Schulorchester Werke von Bach, Mozart oder Beethoven spielen? Ist kein Problem. Bei der Aufführung der lokalen Ballettschule Ausschnitte aus „Dornröschen“ oder „Nussknacker“ zeigen? Unkritisch. Wer jedoch ein Stück eines Komponisten aus dem 20. oder 21. Jahrhundert für Amateure oder eine bestimmte Besetzung arrangieren wollte, stößt womöglich auf Probleme. Und wer gar daran denkt, mit seiner Ballettschule eine Choreografie von George Balanchine auf die Bühne bringen zu wollen, kann sich von dieser Idee eigentlich sofort verabschieden. Denn da gibt es den kleinen Stolperstein namens Urheberrecht.

Im Fall von George Balanchine (und vielen weiteren) sind Erben bzw. Rechteverwalter streng darauf bedacht, die Werke so zu erhalten, wie sie von den Künstlern geschaffen wurden. Um das insbesondere bei ohnehin nie 1:1 reproduzierbaren Live-Aufführungen von Kompositionen oder Choreografien zu gewährleisten, achten sie vor allem auf die Qualität der Interpreten. Im Falle des Choreografen Balanchine heißt das, dass nur professionelle Ballettcompagnien die Genehmigung zur Aufführung seiner Werke erhalten und die zur Einstudierung einen vom George Balanchine Trust bestellten Repetiteur in Anspruch nehmen müssen.

Ich ging also bislang nicht davon aus, in meinem Leben einmal eine Balanchine-Choreografie zu tanzen. Doch dann hatte eine der Teilnehmerinnen, mit denen ich im letzten Sommer in Finnland „Schwanensee“ getanzt habe, die Idee, bei einem Workshop des Staatsballett Berlin ein kleines außerfinnisches Wiedersehen zu veranstalten. Von diesen Workshops für Hobbytänzer hatte ich bereits gehört, und als Vorwand für ein Wochenende in Berlin taugte das allemal!

Da in dieser Saison Balanchines berühmte Trilogie „Jewels“ auf dem Spielplan des Staatsballetts steht, kamen wir Amateure so in den seltenen Luxus, Ausschnitte aus zweien der Edelstein-Ballette zu lernen. Während die eine Gruppe Auszüge aus „Emeralds“ einstudierte, lernten wir das Finale aus „Diamonds“. (Der dritte Teil, „Rubies“, ist so schnell und athletisch, dass er für Amateure eh nicht realisierbar ist.)

George Balanchine, der als Begründer des amerikanischen Balletts gilt und untrennbar mit der School of American Ballet und dem New York City Ballet verbunden ist, ist insbesondere für rhythmische Prägnanz und schnelle Fußarbeit bekannt. Und während das Finale aus „Diamonds“ mit langsamen, ausladenden Schritten beginnt, nimmt Tschaikowskys Musik dann nochmal Tempo auf, und wir durften Bekanntschaft mit einigen der rhythmischen Spielereien Balanchines machen. Wer sich wie ich lieber auf sein musikalisches Gespür verlässt als zu zählen, muss hier nämlich zähneknirschend einsehen, dass man gelegentlich nicht ums Zählen herumkommt. Eine Folge von Passés, die zunächst im Vierer- und dann im Dreiermetrum stehen, während die Musik unverändert durchläuft, sieht für den Zuschauer im Publikum unproblematisch aus. Wie tricky es in Wirklichkeit ist, merkt man aber schnell, wenn man aber versucht, das präzise auszuführen.

Wie gut uns das gelungen ist, wird aber niemand erfahren, denn eine öffentliche Aufführung gab es natürlich nicht und das vom Staatsballett aufgenommene Video ist auch streng vertraulich. Bei den Profis sieht das jedenfalls so aus:

Ballettröcke in Serie: Traumtänzer eingekleidet von kakakiri

Als ich im Frühjahr anfing, Ballettröcke selbst zu nähen und zu verkaufen, war das eine Idee, die ich ausprobieren wollte, ohne mir viel davon zu versprechen. Mir war klar, dass das ohne große Werbeaktivitäten neben einem Vollzeitjob höchstens eine Liebhaberei werden würde. Umso überraschter bin ich nun am Ende dieses Jahres über die Nachfrage und den Zuspruch für meine Ballettröcke. Neben etlichen Verkäufen über Etsy und vielen im direkten Umfeld unter meinen Mittänzern, hatte ich vor ein paar Wochen die Gelegenheit, eine ganze Ballettklasse mit einheitlichen Röcken auszustatten.

An vielen Ballettschulen ist es üblich, dass die Kinder einheitliche Kleidung tragen. Je nachdem, welcher Lehre die Schule folgt, kann das entweder eine selbst „verordnete“ Uniform sein oder beispielsweise den Regularien der Royal Academy of Dance folgen. Die Ballettschule Traumtänzer in Dortmund hat nun für ihre Teeniemädchen Trikots in königsblau vorgegeben und mich gefragt, ob ich dazu einheitliche, aber individuell gestaltete Röcke nähen wollte. Und natürlich wollte ich!

Gemeinsam haben wir einen Stoff mit Seerosen-Print in hellblau und königsblau ausgesucht und ich habe daraus acht identische Röcke gefertigt, die man nicht von der Stange kaufen kann.

Ballettröcke kakakiri Seerosen

5 m Stoff für Ballettröcke à la kakakiri

Ballettröcke kakakiri Seerosen

die fertige Kollektion

Und mal ehrlich: Passen die farblich nicht wie die Faust aufs Auge?

Neue Idee: Ballettröcke made by kakakiri

Unter Profitänzern gibt es viele, die nebenbei ihre eigene Ballettkleidung entwerfen und verkaufen. Die bekannteste ist wohl Yumiko Takeshima, die mit ihrem Trikot-Label Yumiko inzwischen zur weltweiten Marke geworden ist. Aber auch viele andere Ballerinas haben ein Faible für Stoffe und Nähen: Alice Williamson vom Staatsballett Berlin mit ihren Röcken Designed by AliceJordan Reed (ehemals Houston Ballet), die individuelle Trikots anfertigt, Ashley Ellis vom Boston Ballet, die Stulpen und Warmup-Bekleidung herstellt, oder Tracy Jones vom Colorado Ballet, die mit Tulips by Tracy auch ihr eigenes Rock-Label hat. Diese keineswegs vollständige Liste zeigt nicht nur, dass sich offenbar viele Tänzerinnen auch für Textiles interessieren, sondern dass es wohl auch einen Markt für individuell angefertigte Tanzbekleidung gibt.

Während ich schon versucht habe, Trikots selbst zu nähen und bislang mit den Ergebnissen noch nicht ganz zufrieden war, habe ich einige selbstgenähte Ballettröcke, Warmup-Hosen und Stulpen im Schrank, die regelmäßig zum Einsatz kommen. So entstand nun die Idee, doch einmal im Kleinen zu probieren, ob es nicht auch in meinem Umfeld Interessenten für selbstgenähte Ballettkleidung gibt. Für den Anfang konzentriere ich mich auf Röcke, die leicht in verschiedenen Längen, Mustern und Farbzusammenstellungen zu nähen sind.

Ein kleiner Testballon in Form eines Instagram-Bildes und Tweets brachte gleich positive Reaktionen, sodass der Versuch nun Beine bekommt: Ab sofort findet man mich als kakakiri auch auf Etsy und kann dort die ersten selbstgenähten Röcke in verschiedenen Prints und Längen bestellen. Individuelle Wünsche werden natürlich gerne entgegen genommen.

Ballettröcke kakakiri handgemacht Etsy

 

Ballettkleidung ausgemistet und zu verschenken

Ja, ich habe ganz schön viele Ballettklamotten. Mittlerweile ist es mir ebenso peinlich, auf die Frage „neues Trikot?“ mit „ja“ zu antworten wie mit „nein“. Oft genug stimmt es leider, aber wenn nicht, zeigt es doch, dass mein Schrank so voll ist, dass meine Mittänzer den Überblick verloren haben.

Da ein Umzug immer ein guter Grund ist, sich von Dingen zu trennen, man aber bei der Altkleidersammlung mit Balletttrikots vermutlich nicht viel anfangen kann, habe ich beschlossen, hier öffentlich auszumisten. Ich verschenke diese Klamotten, an den jeweils ersten, der in den Kommentaren „hier“ schreit und Interesse an einem Teil bekundet. Alle Trikots sind in gutem Zustand, einige habe ich nur wenige Male getragen, weil sie bei mir von der Passform doch nicht ganz ideal saßen, und ich würde mich freuen, wenn sie woanders eine zweite Chance bekämen.

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  1. Nylon-Trikot in bordeaux
    Größe: vermutlich L
    Marke: unbekannt
    Vorne mit eckigem Halsausschnitt, hinten V-förmig mit Raffung
    Ein sehr geliebtes, aber nun doch lange nicht getragenes Teil…


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  2. Mikrofaser-Trikot in Fuchsia
    Größe: XL
    Marke: Capezio
    Überkreuzte Rückenpartie
    Material: 92 % Nylon, 8 % Elastan


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  3. Mikrofaser-Trikot in anthrazit
    Größe: XL
    Marke: Move
    Angeschnittene Ärmel, Überkreuzte Brustpartie mit Verzierung, Clip-Verschluss am Rücken
    Sehr schönes Trikot, das leider für meine Körperlänge (1,89m) doch etwas zu kurz ist.
    Material: 78 % Nylon, 22 % Elastan
    (Die Darstellung auf dem Foto ist nicht ganz farbecht.)


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  4. Baumwoll-Samt-Trikot in bordeaux
    Größe: XL
    Marke: Sansha
    Zweigeteiltes Trikot mit Samt-Oberteil und Baumwoll-Unterteil und Spaghetti-Trägern
    Material: 92 % Baumwolle, 8 % Elastan


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  5. Mikrofaser-Trikot in magenta
    Größe: L
    Marke: Plume
    Überkreuzte Träger auf dem Rücken
    Material: 86 % Tactel, 14 % Elastan
    (Die Farbe ist in Natura noch etwas knalliger als auf dem Foto)


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  6. Mikrofaser-Rock in schwarz
    Größe: L/XL
    Marke: TCM
    Kein klassischer Ballettrock, sondern eher aus dem Fitness-Bereich
    wird seitlich geknotet

Wer nun also Interesse hat, schreibt mir einfach einen Kommentar hier oder eine Mail.

P.S.: Kudos für die Idee an Nelly von Knit two, Pointe two, bake two together!

Flesh and Bone – eine Serienkritik

Center Stage, Billy Elliott, Black Swan – fiktionale Ballettfilme kann man beinahe an einer Hand abzählen. Noch sparsamer sieht es an der Serienfront aus: Seit der ZDF-Weihnachtsserie Anna von 1987 kam nicht mehr viel. Umso neugieriger waren Junkies wie ich natürlich auf die Miniserie Flesh and Bone, die im November 2015 in den USA beim Sender starz lief.

Zum Bingewatching kam ich leider nicht, sodass ich gestern erst die letzte der acht einstündigen Folgen schauen konnte. Und spätestens nach dieser Folge war klar, dass hier eine Kritik fällig wird.

Ein Fazit in fünf Punkten:

  1. Offenbar ist die Ballettwelt uninteressant, wenn nicht alle Akteure irgendeinen Psychoknacks haben: Die Hauptfigur Claire ist psychisch labil und arbeitet sich an ihrer Vergangenheit samt inzestuösem Verhältnis zu ihrem Bruder ab, der Künstlerische Leiter der Ballett-Compagnie ist manisch, es gibt die koksende, intrigante Primaballerina, die Essgestörte,  die Nebenbei-Stripperin, die Suizidale, einen Obdachlosen mit seherischen Fähigkeiten,…
  2. Realität und Fiktion liegen oft nah beieinander: Während „cattle calls“ wie bei Claires Vortanzen in Folge 1 üblich sind, ist es wenig wahrscheinlich, dass Tänzer bei einer solchen Audition eine Solo-Variation tanzen sollten.
  3. Indem die Autoren in einer Folge suggerieren, Tänzer müssten auch mal für sexuelle Gefälligkeiten zur Verfügung stehen, um die finanzielle Zuwendung eines Mäzens zu sichern, haben sie das Ziel der Glaubwürdigkeit jedenfalls meilenweit verfehlt.
  4. In der letzten Folge auch noch die (ins Reich der Legenden gehörenden) Glasscherben in den Spitzenschuhen der Hauptfigur auszugraben, sieht wirklich aus, als arbeite jemand die Klischee-Checkliste Punkt für Punkt ab.
  5. Wenn schließlich noch der Mal-Freund-mal-Freak-Obdachlose am Ende als Drachentöter in Kronkorkenrüstung auftritt, ist man froh, dass dann auch Schluss ist.

Sollte man „Flesh and Bone“ trotzdem schauen? Wer keinen Spaß an Tanz hat, findet sicherlich wenig Anreiz, dran zu bleiben. Für alle Ballettfreunde sei gesagt, dass die Besetzung immerhin aus echten Tänzern besteht: Sarah Hay alias Claire Robbins war Tänzerin des Semperoper-Balletts, der männliche Principal ist Sascha Radetsky (Solist des ABT) und als Choreograf steckt Ethan Stiefel (auch nicht-Ballettratten als Cooper Nielson aus „Center Stage“ bekannt) hinter der Serie. Man kann die Ballett-Szenen also schauen, ohne sich vor Schmerzen zu winden (wie kürzlich beim Tatort). Wem das nicht reicht, der muss weiter warten auf die Serie, die ohne diese Ballett-Klischees auskommt.

Ein Blick in mein Ballett-Journal

Ich liebe ja schöne Notizbücher. Meist bezähme ich mich aber und kaufe sie dann doch nicht, weil ich nicht viel Verwendung dafür habe. Daher lag dieses schöne Exemplar (an dessen Herkunft ich mich gar nicht mehr erinnere) schon einige Zeit herum, bis mir ein Verwendungszweck begegnete.

Dance Journal 2015

Dance Journal 2015

Ich hatte schon häufiger (zum Beispiel bei Dave) den Tipp gelesen, man sollte ein Ballett-Journal führen, um Tipps, Korrekturen, Choreografien oder Fortschritte darin festzuhalten. Anfang 2015 beschloss ich, das einmal auszuprobieren und erklärte das Notizbuch mit den Noten zum Ballett-Tagebuch.

Darin habe ich im vergangenen Jahr also jede Class dokumentiert und durchnummeriert. Da ich an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Lehrern trainiere, habe ich neben dem Datum jeweils auch die Schule und den Lehrer notiert und mir nun einmal den Spaß gemacht, das Ganze auszuwerten.

Insgesamt habe ich 107 Ballettstunden an fünf verschiedenen Orten bei – und hier war ich überrascht – 15 Lehrern besucht. Darunter waren einige, bei denen ich nur eine einzige Stunde hatte (wie Sol, die in Moskau das Training gab ), und andere, bei denen ich regelmäßiger Unterricht hatte, wie Risa mit 14 oder Spitzenreiterin Mitsi mit 30 Classes.

Abgesehen von diesen Hard Facts habe ich aber auch versucht, nach jeder Stunde Korrekturen oder schöne Kombinationen aufzuschreiben. In Finnland habe ich außerdem abends die am Tag einstudierten Choreografien notiert – weniger um sie später nachzulesen, als um sie auf diese Weise nochmal zu wiederholen.

Was steht also so drin?

So etwas zum Beispiel:

Arm-Koordination bei Pirouetten: Arm öffnet schon im Plié.

Class #27, 25.03.2015

Drehungen: Arme enger am Körper, dabei Ellenbogen trotzdem unterstützen.

Class #72, 18.08.2015

Attitude: Die Verbindung von Spielbein und gegenüberliegender Schulter muss im Rücken spürbar sein.

Class #103, 11.12.2015

Oder auch sowas:

Schönes Grand Allegro am Ende: Temps levé, Glissade, Assemblé – Préparation andere Seite, Assemblé, Sissonne ouvert, Pas de bourré.

Class #21, 07.03.2015

Für 2016 habe ich noch kein neues Journal angelegt – es fehlt noch ein schönes Notizbuch.

Ballett-Vorsätze 2015: ein Fazit

Wie ich ja hier schon feststellte, ist das mit den guten Vorsätzen so eine Sache: Sich schöne Ziele stecken ist eine Sache, sie realisieren eine andere. Ich könnte nun also scheinheilig pfeifend weitermachen und hoffen, dass sich niemand daran erinnert, dass ich vor einem Jahr Ballett-Vorsätze für 2015 formuliert hatte.  Stattdessen lasse ich das Tutu runter und sage, wie es meinen Vorsätzen ergangen ist:

  1. Pirouetten

    Die sind leider noch immer eine Dauerbaustelle. Mal klappt es besser, mal so gar nicht. Die Beständigkeit, die ich mir für 2015 erarbeiten wollte, lässt jedenfalls noch immer auf sich warten. Ich kann also in Umkehr eines beliebten Tänzer-Sprichworts nur feststellen:

    I may not be single, but my pirouettes are.

    I may be single, but my pirouettes aren't 🌪

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  2. Flexibilität

    Stichwort Rückenflexibilität: Ehrlicherweise sind auch hier keine nennenswerten Verbesserungen festzustellen, was sicher auch damit zusammenhängt, dass ich nicht die Disziplin habe, daheim regelmäßig zu stretchen. Die Ziele für 2016 sind also schnell gesteckt.

  3. Gesichtsausdruck

    Die vermeintlich einfachste Aufgabe ist dennoch ganz schön schwer: An so etwas Banales wie den Gesichtsausdruck zu denken, wenn man gleichzeitig zwei Füße, zwei Arme und einiges mehr koordinieren soll, gerät schnell in Vergessenheit und man sieht am Ende doch so aus:

 

Und jetzt, neue Ziele für 2016? Wieso – die alten sind doch noch gut!

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