kakakiri

Nähen · Ballett · Musik · Reisen

Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 2)

Das Elend mit dem Videoschnitt

Eigentlich fing alles damit an, dass ich nach dem letzten Sommerurlaub beschloss, meine etwas in die Jahre gekommene Spiegelreflex-Kamera (von 2007) zu verkaufen und mir stattdessen eine kleine Action-Cam zuzulegen. Nicht so sehr, weil ich so wahnsinnig actionreich unterwegs wäre, sondern eher, weil diese Kameras ein unglaublich handliches Format haben und zudem einen sehr weitwinkligen Bildausschnitt liefern ‒ eine gute Ergänzung zum iPhone also.

Mit dieser neuen Kamera, die neben Fotos eben insbesondere auch für Videos geeignet ist, habe ich im daher im Silvesterurlaub auch mehr Videos gemacht als bisher und hätte daraus nun gerne ein schönes Urlaubsfilmchen zusammengeschnitten. Computerspielereien machen mir ja eigentlich Spaß und ich hatte schon gelegentlich mit dem Windows Movie Maker etwas zusammengeschnitten. Nun gibt es aber unter Windows 10 den Movie Maker nicht mehr, sodass ich mich nach einem Ersatz umsah ‒ idealerweise natürlich Freeware.

Drei Kandidaten

Den ersten Versuch unternahm ich mit Shotcut, das aber aufgrund recht begrenzter Möglichkeiten schnell durchfiel.

Also weiter zu Nummer 2: OpenShot erwies sich in der Handhabung und den Optionen als sehr gut. Doch je länger das Video wurde, umso instabiler lief das Programm, bis die Absturzfrequenz einfach zu hoch wurde und ich mich trotz der bereits investierten Zeit noch einmal nach einer Alternative umsah.

VSDC Free Video Editor hieß die und ich fing abermals von vorne an. Zwar ist die Handhabung dieses Programms nicht ganz so intuitiv und in Teilen auch eher umständlich, aber es mutet meinem nicht allzu leistungsstarken Laptop nicht zu viel zu, weil es durch die Untergliederung in Szenen „verdauliche“ Einheiten statt eines großen Videoprojekts schafft, sodass sich das Programm nicht bei jedem Preview-Versuch aufhängt. Die große Ernüchterung kam dann, als ich das fertige Video endlich rendern und exportieren wollte, denn welches Dateiformat ich auch wählte,  spätestens bei etwa 25% des Videos erschien eine Fehlermeldung und das Programm hängte sich auf.

VSDC Video Editor Fehler Videoschnitt

Nach zig Stunden Arbeit und bisher null Ergebnis ist meine Stimmung irgendwo zwischen „mimimi“ und „ich brauch einfach ein Macbook (iMovie!)“. Vielleicht könnt ihr mir ja aber auch helfen und ein funktionierendes Videoschnitt-Programm empfehlen, das auch auf einem Nicht-High-End-Laptop rund läuft und für Heimanwender taugt.

2016 – Ein Jahresrückblick in Suchbegriffen

Ich blogge nun seit etwas über zwei Jahren in sporadischen Abständen hauptsächlich über zwei Themen – Nähen und Ballett. Wieviele Menschen das interessieren würde, konnte ich zu Beginn überhaupt nicht abschätzen und versprach mir daher keine große Leserschaft. Nun haben im zweiten Jahr meines Bloggerdaseins insbesondere zwei Posts dazu geführt, dass sich die Zahl der Besucher hier von 2015 auf 2016 immerhin fast verzehnfacht hat: dieser über die Pärchen-Handschuhe und dieser über mein Reiseetui aus SnapPap.

So erfreulich die Entwicklung der Klick-Statistik für diesen Blog sind, so bedauerlich ist es, dass Google seit einigen Jahren die Suchbegriffe verschlüsselt, die Menschen hierher führen. So gibt die WordPress-Statistik leider nur Auskunft über einen kleinen Teil der Suchanfragen, die dazu geführt haben, dass Leute 2016 meine Seite entdeckten. Eine Vielzahl der Suchbegriffe weist in Richtung der oben genannten oder weiterer Posts, doch einige sind kurioser und überraschender:

wie näht man essen – Diese Frage führt ganz klar hierhin. Ob die Antwort dann allerdings befriedigend ausfällt, sei dahingestellt. Immerhin liefert ein Bild Indizien dafür, wie ich aus Filz und Stoffresten Möhren, Spiegeleier und Farfalle genäht und hautfarbene Feinstrümpfe zu Kartoffeln verarbeitet habe. Wenn ihr allerdings nach schnittmuster säbel sucht oder kleine piraten nähen wollt, muss ich passen. Und bei granta parei habt ihr mich ganz verloren. Google klärt mich immerhin auf, dass das Hotel Granta Parey in den norditalienischen Alpen liegt und die Bildersuche lässt vermuten, dass es dort ganz nett ist.

was tanzt man am ende eine ballettstunde [sic] – Diese Frage beantworte ich wohl explizit so nirgends, sondern streife sie nur am Rande in meinem Post über die Ballettstunde in Russland: Das Grand Allegro steht typischerweise am Ende einer Ballettstunde, wenn man nicht danach noch zu einer Coda mit Fouettés oder Pirouettes à la seconde genötigt wird.

Dass es außer mir noch jemanden gibt, der lummerland ballett in einem Atemzug nennt, freut mich besonders, weil es zu diesem Eintrag über eine absolute Gute-Laune-Musik für die Ballettstunde führt. Schließlich kann ich noch eine letzte Suchanfrage hier ganz knapp beantworten: ist kaka ein stoff? Nein.

2.790 weitere Suchbegriffe (nicht -anfragen!) legt mir die Statistik leider nicht offen – aber verratet mir gerne in den Kommentaren, was euch hierher geführt hat!

Kudos übrigens an Katrin Scheib für die Idee zu diesem Post!

#twitspeare: Ein Shakespeare-Stück pro Monat

Ein Bekenntnis vorneweg: Man kann Anglistik studieren (zugegebenermaßen mit Schwerpunkt Linguistik), ohne ein einziges Seminar über Shakespeare zu belegen. Hätte ich nicht in der Schule „Macbeth“ gelesen und später immerhin noch den „Sommernachtstraum“ und „Was ihr wollt“ auf der Bühne gesehen (letzteres beim grandiosen Shakespeare in the Park auf der Open-Air-Bühne im New Yorker Central Park – aber das wäre eine eigene Geschichte), wäre ich nun Shakespeare-freie Anglistin. (Wobei man offenbar auch Künstlerische Leiterin des Globe Theatre werden kann, ohne Shakespeares Werke gelesen zu haben…)

Nun ergibt sich allerdings eine günstige Gelegenheit, diese Bildungslücke zu verkleinern: In diesem Jahr wird der 400. Todestag von Shakespeare begangen und Katrin hat dazu das Projekt #twitspeare angestoßen:  Jeden Monat ein Shakespeare-Stück lesen und darüber twittern. Das ist wieder so ein Jahresprojekt, das einem potenziell Stress bereiten kann. Wer aber bei Bedarf eine Runde aussetzt, wird wohl nicht gleich geächtet.

Die Shakespeare-Gesamtausgabe bekommt man als E-Book ja kostenlos,  auch wenn eine gedruckte Ausgabe im Regal natürlich mehr hermachen würde. Los geht’s mit „Much ado about nothing“. Und mit dem Stress. Denn noch liegt ein anderes angefangenes Buch auf dem Bücherstapel oben und der Januar ist ja schon elf Tage alt.

Wer noch mitmachen will: Mitleser und -twitterer sind jederzeit willkommen. Einfach hier entlang:


Versuchs-kaka-ninchen

oder: Facebook im Dienste der Wissenschaft

Seit Herbst liest ein fremder Mann meine Facebook-Posts mit. Phishing? Datenklau?

Eher Datensammlung, denn er tut dies mit meiner Genehmigung. Freundschaftsanfragen von Fremden lehne ich eigentlich per se ab, in diesem Fall wurde sie aber von einer gemeinsamen Freundin angebahnt und angekündigt: Lars war auf der Suche nach Freiwilligen, die ihm ihre Chronik für eine linguistische Studie einsehbar machen würden. Sprachnerd bin ich sowieso und die Kriterien* erfüllte ich alle – da war meine Neugier geweckt und ich meldete mich als Beobachtungsobjekt. Untersucht werden sollte die Frage, welcher Sprache sich diejenigen Facebook-Nutzer wann bedienen, die neben Deutsch auch Englisch gut beherrschen. Sprich: Wovon ist die Wahl der Sprache eines Posts abhängig und werden eventuell auch Sprachen gemixt?

Lars studierte also meine Posts der Vergangenheit und las seit November 2014 live mit, was ich so von mir gab. Nun sind meine Facebook-Aktivitäten ja gar nicht so rege, aber offenbar ließ sich dennoch genug daraus entnehmen, wie ich feststellte, als ich kürzlich den fertigen Aufsatz zu lesen bekam. Durch seine Beobachtungen zu meiner Sprachwahl in Facebook-Posts in Verbindung mit einigen Fragen, die Lars mir zusätzlich noch zu meinem Facebook-Nutzungsverhalten und zur Zusammensetzung meines Freundeskreises gestellt hatte, wurde ich so zu einem von sieben anonymisierten Datensätzen. (Wer mich kennt, errät sicher schnell, hinter welchem Pseudonym ich mich verstecke.)

Übrigens offenbarten Lars‘ Fragen auch mir selbst interessante Erkenntnisse über meinen Freundeskreis: Nur knapp 10 % sind englische Muttersprachler und weitere 12 % sprechen muttersprachlich weder englisch noch deutsch (beherrschen aber Englisch als Zweitsprache). Diese Relationen waren bei mir allenfalls ein Bauchgefühl.

Was hat die Analyse meiner und der Facebook-Pinnwand anderer nun also gezeigt? Wer sich für die linguistischen Details interessiert, kann den gesamten Artikel hier nachlesen. Mir selbst sind zudem noch einige Dinge aufgefallen:

  1. Ich äußere mich deutlich häufiger in Songzitaten als mir bewusst war.
  2. Man kann sich mehr Gedanken zu Interpunktion und semantischer Genauigkeit innerhalb meiner Facebook-Posts machen als ihnen angemessen ist.
  3. Meine „Schwedophilie“ führte zu einem kuriosen Einzelfall innerhalb des Facebook-Sprachverhaltens der untersuchten Stichprobe. Davon abgesehen ticke ich aber im Sinne der Stichprobe völlig „normal“
  4. Der Anspruch an Facebook-Posts wird in Zukunft nicht nur sein, sie möglichst geistreich, sondern darüber hinaus linguistisch interessant und relevant zu gestalten…

 

*

  • Deutsch ist Muttersprache
  • Englisch ist nicht Muttersprache, wird aber als Zweitsprache gut beherrscht
  • in Deutschland zur Schule gegangen
  • lebt in Deutschland
  • ist erwachsen

This is Finnish but not the end

Finnisch lernen? Jeder, der sich ein wenig mit Fremdsprachen auskennt, wird wohl sagen: Lass es – zu kompliziert… Es muss also ein akuter Anflug von Größenwahn gewesen sein, der mich dazu trieb, vor ca. zwei Monaten auf Empfehlung von Katrin die App Memrise  genau zu diesem Zweck auszuprobieren.

Nun ist Memrise, wie der Name schon suggeriert, vor allem eine App zum Auswendiglernen, die von Arabisch über Esperanto bis Quechua für so ziemlich jede Sprache (kostenlose) Lektionen bereit stellt, mit der man sich aber auch Hauptstädte, Matheformeln oder Komponistennamen einprägen kann. Als Merkhilfen sollen dabei sogenannte Mems dienen – Illustrationen mit bisweilen aberwitzigen Eselsbrücken zur Muttersprache / ins Englische, die andere Nutzer angelegt haben. Was die App aber nicht kann, ist Grammatikregeln erklären, Deklinations- oder Konjugationstabellen anbieten etc. Beste Voraussetzungen also für eine Sprache, die über 15 Fälle verfügt und in der alles flektiert wird!

Meister Yodas Satzstellung als Gedächtnisstütze für das finnische Wort für "essen".

Yodas Satzstellung als Gedächtnisstütze für das finnische Wort für „essen“.

Angefangen habe ich also mit dem Kurs Beginner’s Finnish, der in 22 Lektionen 550 Wörter Grundwortschatz vermittelt. Schöne Eselsbrücken, hohe Erfolgsquoten beim Wiederholen der Vokabeln – alles schön und gut: Sätze, die nur aus Infinitiven und Nominativen bestehen, begegnen einem in freier Wildbahn aber nunmal leider selten…

Finnisch für Anfänger schien da eine gute Ergänzung, weil der Kurs neben reinen Vokabeln auch alltagstaugliche Phrasen enthält, die zwar auch nicht die darin enthaltenen Flektionen erklären, einen aber immerhin mit verwendbaren Sätzen ausstattet.

„Sprichst du Englisch“ – ein Satz, der viele weitere erübrigen könnte…

Wie steht es also um mein Finnisch, eine Woche bevor ich wieder nach Sammatti reise, um im finnischen Wald eine Woche lang so zu tun, als sei ich eine Ballerina?

Nun ja: Mein Wortschatz beläuft sich auf ca. 500 Vokabeln, die laut Memrise in meinem Langzeitgedächtnis verankert sind. Die finnischen Posts in der Facebook-Gruppe zu dem Tanz-Camp allerdings lassen mich vermuten, dass meine Finnisch-Kenntnisse auch in diesem Jahr allenfalls zum Begrüßen, Bedanken oder zur Belustigung der Einheimischen reichen werden. Aber da die Antwort auf die Frage oben in 99% der Fälle „kyllä“ lautet, ist ja alles easy. Eben: This ist Finnish but not the end…

 

Passierschein A 38

Wie ich einmal meinen Kindle im Flugzeug nach Moskau vergaß und versuchte, ihn wieder zu bekommen…

Was tut man, wenn man – trotz freundlicher Hinweise der Crew – so schlau ist, seinen Kindle im Flugzeug in der Tasche des Vordersitzes zu vergessen und dies erst auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt merkt?

Richtig, man kontaktiert die Airline oder checkt deren Website (oder beides) und erhält in meinem Fall die Auskunft von Airberlin, dass man sich an das örtliche Lost & Found am Ankunftsflughafen wenden solle.

Also auf dem Rückweg ein wenig extra Zeitpuffer einplanen, um in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht und in dem überraschend – um nicht zu sagen erschreckend – wenige Menschen englisch sprechen, nicht nur das Fundbüro zu finden, sondern sich dort auch noch begreiflich zu machen.

Der Plan erwies sich allerdings als kühn – trotz guter Vorbereitung in Form eines Screenshots der Google-Übersetzung meiner essenziellen Botschaft. Eine Odyssee in 12 Etappen, die mich mehr als einmal an Asterix und Obelix im Haus, das Verrückte macht, erinnerte:

"Ich habe meinen Kindle im Flugzeug vergessen."

„Ich habe meinen Kindle im Flugzeug vergessen.“

 1. Station: Der Airberlin-Service-Schalter

Die des englischen mächtige und freundliche Mitarbeiterin dort schickt mich ans Ende der Halle „hinter die Zollabfertigung“. Am Ende der Halle angekommen, sehe ich zwar den Ausgang der Zollabfertigung für ankommende Passagiere, aber nichts, was auch nur im entferntesten nach einem Lost- & Found-Schalter aussieht.

2. Station: Der Info-Point des Flughafens

Also zurück in die Mitte der Flughafenhalle zur allgemeinen Information: In brüchigem Englisch schickt man mich dort in die Richtung, aus der ich gerade kam. Also noch einmal gründlicher suchen und eventuell jemanden fragen.

3. Station: Ortskundig aussehende Menschen fragen

Das jedoch ist schwierig: Die Dame an der Geldwechselstube? Spricht kein Englisch, sondern telefoniert lieber weiter auf Russisch. Die beiden Sicherheitsfrauen am Ausgang? Kein Englisch. Die beiden Flughafenmitarbeiterinnen, die aus dem Zollabfertigungsbereich kommen? Kein Englisch. Schließlich weist mich die Mitarbeiterin am Schalter der nächstgelegenen Airline in die komplett entgegengesetzte Ecke der Flughafenhalle.

4. Station: Service-Schalter am anderen Ende des Terminals

Auch dort treffe ich auf eine passabel Englisch sprechende Mitarbeiterin, die mich um die Ecke und einen Gang entlang weist. Da die Schilder in dieser Richtung zur Gepäckaufbewahrung weisen, folge ich denen mal, in der Hoffnung, dass abgegebenes und gefundenes Gepäck gemeinsam verwahrt werden…

5. Station: Gepäckaufbewahrung

Hier allerdings bin ich wieder lost in translation:  weder die beiden Damen am Gepäckröntgengerät noch der unwillige Mensch an der Gepäckannahme, der sich erst beharrlich weigert, mich überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, sprechen Englisch. Also wieder zurück…

6. Station: Ein Mitarbeitereingang

Auf dem Weg versuche ich mein Glück noch an einem Mitarbeiter-Durchgang, der kontrolliert wird. Dort wiederum schickt man mich zurück zum Anfang.

7. Station: Die Gepäckausgabe für Sperrgut

Während ich das Terminal nun zum dritten Mal durchquere, fällt mir der Gepäckausgabeschalter für Sperrgut ins Auge und ich versuche auch dort mein Glück. Das reicht allerdings nicht so weit, dass die Dame dort Englisch verstünde. Mithilfe meines Screenshots kann ich mein Anliegen immerhin begreiflich machen und werde wiederum in Richtung meines Suchanfangs gewiesen. Unterwegs passiere ich erneut den Airberlin-Service-Schalter und beschließe, dort noch Mitarbeiterin 2 zu befragen.

8. Station: Der Airberlin-Service-Schalter

Während ich mich an Mitarbeiterin 2 wende, erkennt mich auch Mitarbeiterin 1 wieder und wirft ein, sie hätte mir doch schon beschrieben, wo ich hin müsse. Erst auf detailliertes Nachfragen ergibt sich, dass sie meinte, ich hätte mir am Ausgang der Zollabfertigung Einlass erbeten müssen, um im Bereich dahinter das Fundbüro zu finden. Allerdings würden Gegenstände, die vor mehr als zwei Tagen gefunden wurden, vom internationalen Ankunftsbereich in den nationalen verlagert, sodass ich direkt dort fragen sollte. Die Halle für nationale Ankünfte wiederum ist die, die ich gerade fast erreicht hatte, als ich bei der Gepäckaufbewahrung umgedreht hatte…

9. Station: Nationale Ankünfte

Also eine erneute Kehrtwende und wieder Ernüchterung: Bei den nationalen Ankünften angekommen, scheitere ich daran, dem dortigen Mitarbeiter begreiflich zu machen, dass und warum ich dorthin geschickt wurde – ohne Russisch bin ich nun wirklich mit meinem Latein am Ende und die Zeit bis zu meiner ausgewiesenen Boardingtime für den Rückflug ist auf 15 Minuten geschmolzen. 

10. Station: Ausreise-Zoll

Auf dem Weg zum Security-Check vor dem Gate unternehme ich einen letzten Versuch, die Mitarbeiter an der Zollkontrolle für Ausreisende zu fragen, bekomme aber nicht mehr als ein Schulterzucken.

11. Station: Der Lost & Found-Schalter am Heimatflughafen

Um nichts unversucht zu lassen, suche ich nach meiner Landung in Düsseldorf auch den dortigen Gepäckverlustschalter auf und erfahre, dass ich mir in Moskau – quasi entgegengesetzt der Einbahnstraße – Zugang zum Baggage-Claim-Bereich hätte verschaffen müssen, um dort ebenfalls den Lost & Found-Schalter zu finden. Nun bleibt mir nach Auskunft der freundlichen Mitarbeiterin wohl nicht nichts anderes übrig, als bis zum 20. des Monats (Mai) zu warten, um dann eine Anfrage an BaggageExpress zu richten, da nach diesem Termin jeweils alle nicht abgeholten Fundsachen aus Flugzeugen an die zentrale Sammelstelle in Berlin geschickt werden.

12. Station: Suchanfrage bei BaggageExpress

Was nun nach der vielversprechendsten Lösung klang, entpuppt sich leider als Enttäuschung:  Drei Anfragen auf verschiedenen Wegen (E-Mail, Kontaktformular, noch eine E-Mail – Telefonnummern werden wohl nicht angegeben, damit lästige Kunden wie ich nicht auch noch mündlich nerven) bleiben einfach unbeantwortet. Die immer gleiche Autoreply besagt, dass erst nach dem 20. des Folgemonats nach dem Verlust mit einer Antwort zu rechnen sei und vorher eingegangene Anfragen nicht aufbewahrt und berücksichtigt werden. Doch auch nach Verstreichen dieser Frist bekomme ich keine Reaktion.

Fazit: 

Mein Kindle wollte wohl gerne in Russland bleiben. Ich finde mich langsam damit ab, dass vor dem Urlaub ein Ersatz her muss und bin immerhin sicher, dass ich mich in Zukunft SEHR angesprochen fühlen werde, wenn beim Aussteigen aus dem Flieger darauf hingewiesen wird, nichts zu vergessen.

Update:

Wenige Stunden nach Veröffentlichung dieses Posts kam dann doch eine Reaktion von BaggageExpress, die bestätigte, womit ich innerlich gerechnet habe:

Leider ist Ihr ebook nicht gefunden und an uns zur Lagerung übergeben worden. Es ist auch nicht zu erwarten, dass dieses noch bei uns eingehen wird (…).

365 im Quadrat = 2015

Zum neuen Jahr gute Vorsätze zu fassen (um sie dann innerhalb kurzer Zeit doch wieder zu vernachlässigen) war bisher nicht so mein Ding. Nun bin ich aber pünktlich zum Jahresende 2014 auf ein Projekt gestoßen, das mich sowohl durchs Jahr 2015 begleiten könnte als auch gleichzeitig helfen, meine wachsende Sammlung von Stoffresten zu dezimieren: ein 365-Tage-Quilt. Tja, ich bin zwar ein Jahr zu spät dran, um noch einzusteigen, aber die Idee gefällt mir dennoch.

Sicherlich werde ich es nicht schaffen, jeden Tag daran zu werkeln, aber nach- und vorarbeiten war ja auch unter den diesjährigen Teilnehmern erlaubt. Ich möchte also im Schnitt sieben Stoffquadrate pro Woche zuschneiden und verarbeiten und am Ende des Jahres mit einer großen Patchworkdecke dastehen.

Da ich mehr Jersey- als Baumwollreste habe und ich mir außerdem eine Jerseydecke kuschliger vorstelle, werde ich als zusätzliche Schwierigkeit (hauptsächlich) Jerseystoffe verarbeiten und damit riskieren, dass sich das gute Stück am Ende stärker verzieht. Mal sehen, wie schnell ich das bereue…

Über den Status quo meines 365-Tage-Quilts werde ich natürlich regelmäßig berichten (und vielleicht gelegentlich fluchen). Los geht’s also am Donnerstag mit Quadrat 1.

Und eure Vorsätze so?

Trauerspiel in fünf Akten oder wie ich einmal versuchte, den Handy-Provider zu wechseln

Nach dreieinhalb Jahren war es mal wieder so weit: Ein neues Handy sollte her – samt dem dazu günstigsten Tarif. In der Theorie sah mein Plan so aus:  bisherigen Vertrag mit einem Monat Vorlauf kündigen, neuen Anbieter aussuchen und Vertrag abschließen, Rufnummer mitnehmen und idealerweise nahtlos mit neuem Gerät und neuem Vertrag weitertelefonieren. In der Praxis erwies sich die Theorie allerdings als nicht mehr als eben genau das.

1. Akt – Die Kündigung

Kein NetzEs begann am 20. Oktober mit einer E-Mail an meinen bisherigen Anbieter, in der ich meinen Vertrag zum 20.  November kündigte. Am übernächsten Tag folgte die Bestätigung, dass meinem Wunsch entsprochen wurde und mein Mobilfunkanschluss mit sofortiger Wirkung abgestellt wurde. Was der Blick aufs Handy bestätigte: Dort , wo sonst der Netzbetreiber steht, stand nun nur noch „Kein Netz“. Also Anruf bei der Hotline, die die SIM-Karte wieder freischalten konnte und die Kündigung nun zum 23. November durchführen würde.

2. Akt – Der neue Vertrag

Nun also ein neues Gerät und den dazu passenden Tarif auswählen. Auch nicht ganz einfach, aber die eigentlichen Probleme sollten erst noch folgen. Denn es erwies sich als unmöglich, das gewünschte Angebot über die Website des Anbieters Simyo zu buchen. Bleibt nur, die Bestellhotline anzurufen. Auch dort konnte man mir aber kein Handy mit Vertrag verkaufen, sondern verwies auf den Handelspartner, der für die Hardware zuständig sei. Ein Anruf bei jenem ergab wiederum, dass auch dort eine telefonische Bestellung nicht möglich sei, sondern ich schriftlich per Post bestellen müsste. Dass ich mich darauf überhaupt eingelassen habe, lag nur daran, dass das Angebot wirklich ein ausgesprochen gutes war. Doch auch meine postalische Bestellung war nicht erfolgreich, da man mich für nicht kreditwürdig hielt… (Warum, ist mir bis heute unklar.)

Es musste also doch ein anderer Anbieter gefunden werden. Mittlerweile war es Mitte November, doch mein theoretischer Zeitplan hätte noch eingehalten werden können…

3. Akt – Die Rufnummernübernahme

…Wenn ich denn die Mail des neuen Anbieters bekommen hätte, in der er mir mitteilte, dass die Bedingungen für die Rufnummernübernahme bei meinem alten Anbieter noch nicht alle erfüllt seien. Diese Mail allerdings meinte Gmail in den Spam-Ordner sortieren zu müssen. So vergingen weitere wertvolle Tage, in denen ich arglos auf die Ankunft meiner SIM-Karte wartete (denn alle anderen Bestätigungs-E-Mails hinsichtlich des neuen Vertrags waren ja angekommen).

Kurz vor Ende des bisherigen Vertrags telefonierte ich also ein weiteres Mal mit dem alten Anbieter, der mir versicherte, dass die Rufnummer freigegeben würde, sobald der neue Anbieter sie abruft, dass das dafür erforderliche Guthaben auf meinem Kundenkonto vorhanden ist und ich die SIM-Karte ggf. als Prepaid-Karte weiternutzen kann, bis die neue Karte eintrifft. Dazu müsste ich dann nur am Tag des Vertragsendes noch einmal Geld auf die Karte laden.

Als der Tag kam, ergab ein erneuter Anruf bei der Hotline, dass ich Guthaben für die Karte nur im Laden kaufen kann, ich diese aber tatsächlich würde weiternutzen können und meiner Rufnummernmitnahme nichts im Wege stünde. Nur Stunden nach dieser Auskunft erschien auf dem Display meines Handys allerdings wieder die besorgniserregende Anzeige „Kein Netz“; eine E-Mail des bisherigen Providers bestätigte denn auch meinen Verdacht, dass meine Karte nun doch deaktiviert worden war. Es folgt: ein weiterer Anruf beim Anbieter. Tja, und diesmal konnte man – warum auch immer – die Karte nicht mehr freischalten.

Also Anruf bei der Hotline des neuen Providers, wann denn endlich die SIM-Karte kommt. Bei der Gelegenheit erfuhr ich zum einen von der offenkundig im Spam gelandeten E-Mail und andererseits, dass die neue SIM-Karte erst dann verschickt würde, wenn die Rufnummernübernahme bestätigt ist.
Der dritte Anruf beim alten Anbieter (verbunden mit jeweils mindestens 20 Minuten in der Warteschleife) führt schließlich zu der Erkenntnis, dass von den ehemals 29,95 €, die ich für die Rufnummernübernahme auf mein Kundenkonto eingezahlt hatte, nach Abzug der letzten Verbrauchskosten (die offensichtlich nicht mehr durch die monatliche Pauschale gedeckt waren, da sie in den Stunden zwischen Vertragsende und Abschalten der Karte anfielen) nur noch 29,18 € übrig waren und aus diesem Grund die Rufnummernübernahme abgelehnt wurde.

77 Cent sind ja schnell überwiesen und sollten spätestens zwei Tage später auch auf dem Konto des Empfängers ankommen, dachte ich. Nach einer Woche und zwei weiteren vergeblichen Versuchen des neuen Providers, die Nummer zu portieren, war ein erneuter Anruf bei der Hotline fällig. Glücklicherweise zeigte man dort etwas Kulanz und verbuchte die 77 Cent aufgrund meiner Angabe, sie schon vor einer Woche überwiesen zu haben.

Nach inzwischen bereits 10 Tagen mit Handy ohne Empfang (nur W-LAN funktionierte) kam einen Tag später die erlösende Nachricht, dass die Rufnummernmitnahme nun bestätigt wurde.

Die nächste Hiobsbotschaft ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Auch nach erfolgreicher Rufnummern-Portierung würde die neue SIM-Karte erst am 11. Dezember freigeschaltet. Also weitere acht Tage später.

4. Akt – Das neue Handy

Nun schien aber alles zu laufen: Das neue Telefon wurde bereits zwei Tage später als verschickt angekündigt und ich ging vorfreudig davon aus, das alte empfangslose Handy vielleicht noch vor Aktivierung der neuen SIM-Karte immerhin gegen das neue empfangslose Handy austauschen zu können.

Weit gefehlt: Das neue Telefon ließ sich ohne SIM-Karte nicht aktivieren…

5. Akt – Die neue SIM-Karte

Pünktlich am Tag vor der Re-Aktivierung meiner Nummer konnte ich dann auch endlich die neue SIM-Karte aus dem Briefkasten fischen. Doch das Drama ist noch nicht zu Ende: Der Umschlag enthielt statt der benötigten und bestellten Nano-SIM eine normale / Micro-SIM. Also Anruf bei der Hotline des Absenders. Dort erklärte man mir, dass sie immer eine normale SIM rausschicken, wenn eine Rufnummernmitnahme vorliegt. Klar, total logisch.

Im Warten habe ich ja inzwischen Übung.

Und dann das Wunder: Die richtige SIM-Karte ist schon drei Tage später im Briefkasten, das Handy lässt sich damit einrichten und die Karte wird binnen weniger Stunden aktiviert. So heißt es also am Ende doch noch:

Ende gut, alles gut.

Urlaub mit Hashtag

Gute vier Wochen Sommerurlaub – ein Luxus, der nicht jedem vergönnt ist. Wenn man im Kulturbetrieb arbeitet aber oft die einzige Möglichkeit, seinen Jahresurlaub auch nur annähernd aufzubrauchen.

Vier Wochen wollen natürlich gut genutzt werden, und bei der Planung meiner Reiseziele hatte ich den Eindruck, dass eine Tour, die mich von der Hochzeit einer Schulfreundin in der Heimat, über ein Tanzcamp im finnischen Wald bis nach London führen würde, einen eigenen Hashtag verdient hätte. So wurde #kakatours2014 kreiert.

Nachdem das Reisejahr 2014 aber keineswegs mit dem Ende des Sommers abgeschlossen war, sondern noch einige Tage in Moskau, eine Dienstreise nach Stockholm und ein langes Wochenende in London folgen sollten, wurde die Lebensdauer des Hashtags ebenfalls verlängert.

Nun allerdings bleibt mir nur noch, auf #kakatours2014 zurück zu blicken und mit der Planung der #kakatours2015 zu beginnen!

Instadvent!

Eigentlich war ich bislang kein großer Fan des „One picture a day“-Prinzips (jedenfalls wenn ich diejenige sein sollte, die täglich ein Bild liefert):  Im Sommer 2013 einmal ausprobiert und für anstrengend befunden, habe ich mich nun aber doch auf eine Instagram-Advents-Challenge eingelassen.

Die Regeln verlangen in den kommenden 24 Tagen jeden Tag ein (saisonales) Bild, das allerdings nicht am jeweiligen Tag aufgenommen sein muss. Die Bilder aller Teilnehmer werden unter dem Hashtag #instadvent und dem jeweiligen Tag (#1von24, #2von24 etc.) auf Instagram gepostet und von da aus weiter geteilt.

Na, wie isses – macht noch jemand mit!?

Hier ist jedenfalls mein #1von24 – original aus London, wovon an anderer Stelle zu berichten sein wird:

Advent, Advent, #instadvent! #1von24 #penguins #London #ifttt

Ein von Katharina Kierig (@kakakiri) gepostetes Foto am

Ältere Beiträge

© 2017 kakakiri

Theme von Anders NorénHoch ↑

%d Bloggern gefällt das: