kakakiri

Nähen · Ballett · Musik · Reisen

Jahr: 2018 (Seite 1 von 2)

Olivia Furiosa – neue Handtasche mit neuer Nähmaschine

Der Name klingt schon vielversprechend: Olivia Furiosa – quasi eine Handtasche mit eingebautem Temperament. Und der Untertitel erst: Luxury Bitch Bag!

Aber das allein hätte mich wohl kaum bewogen, das Schnittmuster zu kaufen und mal wieder eine Tasche zu nähen. Schließlich bin ich sonst eher ein Klamotten- als Taschennäher. Nach gut drei Jahren mit meiner Alltagshandtasche war es aber mal wieder Zeit für etwas Neues, und als mir Bilder dieses neuen Schnittmusters von Follow-me Design begegneten, war ich gleich angefixt: Die Aufteilung mit drei getrennten Hauptfächern, die sich mit Reißverschluss bzw. Magnetverschluss schließen lassen, rief geradezu nach dem Ordnungsfanatiker in mir.

Neues Spielgerät

Dieses Projekt war aber nicht nur die Premiere für ein neues Schnittmuster, sondern auch die erste Gelegenheit, meine neue Nähmaschine zu testen. Denn – JAAA! – ich habe mir ein Upgrade geleistet! Fünf Jahre hat mir meine Bernina B215 gute Dienste geleistet und hätte das sicher noch viele weitere Jahre getan, aber da sie nunmal das Einsteigermodell dieses Herstellers ist, musste ich auf einige Annehmlichkeiten verzichten. Als sich nun eine günstige Gelegenheit ergab, auf eine (gebrauchte, aber händlergeprüfte) Bernina B530 umzusteigen, habe ich sie kurzerhand ergriffen. Mit Features wie verstellbarem Nähfüßchendruck, Kniehebel zum Heben und Senken des Nähfußes, mit dem Pedal steuerbarer Nadelposition hat sie doch Einiges zu bieten. Von unzähligen Zierstichen, programmierbaren Kombinationen usw. ganz abgesehen…

Bernina530 Nähmaschine

Meine Olivia Furiosa war also die erste Probe aufs Exempel, und es hat richtig Spaß gemacht mit dem neuen Spielgerät. Nur die automatische Vernähfunktion am Anfang und Ende ist entweder nicht so robust wie die vorwärts-rückwärts-Technik, die ich mit meiner alten Maschine anwenden musste, oder es liegt noch ein Anwenderfehler vor. Denn leider lösten sich nach einigen Tagen bereits Nähte der aufgesetzten Innentaschen, die sich nun nur noch von Hand annähen ließen. 

Nach einigen Stunden Arbeit war meine furiose neue Handtasche dann jedenfalls einsatzbereit und hat sich bereits im Praxistest bewährt. Ob wir gemeinsam dem Untertitel gerecht werden, lasse ich mal dahingestellt…

Verwendete Materialien

  • Innenmaterial: Baumwollstoffreste vom Stoffmarkt
  • Reißverschlüsse und Taschenzubehör (Karabiner, D-Ringe etc.): Snaply-Taschenzubehör in Kupfer

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DaWanda geht, Etsy bleibt, dohero kommt

Die Nachricht vom Aus für die DIY-Plattform DaWanda überraschte im Juni viele – auch mich. Nachdem ich dort erst seit April vertreten war, ist nun also schon wieder Schluss. DaWanda-Verkäufern wurde nahegelegt, zu Etsy zu wechseln und dieser Umzug mit Hilfe eines Import-Tools auch technisch unterstützt. Da ich zuvor ja bereits auf Etsy verkauft habe, war dieser Schritt für mich ein kleiner – zumal die  Verkaufszahlen für mich bei Etsy ohnehin besser sind. Doch für viele andere Shop-Betreiber ist das Ende von DaWanda erst einmal ein großer Unsicherheitsfaktor: Die internationale Kundschaft kann zwar eine Chance darstellen, aber gleichzeitig ist natürlich auch die Konkurrenz unter den Verkäufern international – und nicht jedes Produkt ist so leicht und damit auch versandgünstig wie meiner Ballettröcke…

Aus diesem Grund formierte sich nach Bekanntwerden des Endes von DaWanda in Rekordzeit eine Alternativplattform, die Verkäufern der DIY-Szene in Deutschland eine neue Heimat geben möchte: Kurzentschlossen haben die Betreiber des Online-Stoffhandels Stoffwelten, die naturgemäß zahlreiche Kunden haben, die auf DaWanda verkauf(t)en, alle Hebel in Bewegung gesetzt, um in nicht einmal zwei Monaten eine neue Verkaufsplattform ins Leben zu rufen. Wer schon einmal eine Website ge(re-)launcht hat, kann sich vorstellen, was es bedeutet, in dieser knappen Zeit eine Seite zu gestalten und insbesondere mit allen technischen Möglichkeiten auszustatten, die eine solche Verkaufsoberfläche mit unzähligen Optionen für Händler erfordert. 

Auch kakakiri wird auf der neuen Plattform dohero vertreten sein, sobald sie online geht. Während dieser Blogpost entsteht, läuft im Hintergrund der Produktimport von DaWanda zu dohero. Wer also lieber über eine deutsche Seite kaufen und seine Daten auf deutschen Servern wissen möchte, kann ab 4. September hier shoppen:

dohero Logo

Meine Röcke und Täschchen findet ihr weiterhin auch hier im Shop (dann über Etsy) und ihr könnt mich natürlich für Spezialanfertigungen auch direkt kontaktieren.

Neue Ordnung im Nähzimmer

Als wir vor zwei Jahren in diese Wohnung zogen, war mein Spielzimmer ein riesen Gewinn. Endlich Platz zum Ausbreiten beim Nähen! Und Stauraum, um alles geordnet und gut zugänglich unterzubringen.

Wir spulen vor ins Jahr 2018: Inzwischen hatten sich die Overlock-Garnrollen ebenso vermehrt wie das Schrägband-Sortiment, das ich für die Ballettröcke verwende. Diverse weitere Utensilien und Helferlein taten ein Übriges, um die ehemals großzügigen Schubladen des Schreibtischschränkchens zu füllen. Das Overlock-Garn war da längst ausgezogen und dank Pinterest-Inspiration in einen IKEA-Tütenhalter umquartiert worden, der seinerseits nun auch schon wieder zu klein war.

Zeit also, eine Neuordnung in Angriff zu nehmen. Nach einem Trip zum schwedischen Möbelhaus ist nun das Chaos vorerst wieder eingedämmt:

  • Die Overlock-Garnrollen sind auf eine Bilderleiste an der Wand gezogen, wo sie sich farblich sehr dekorativ machen.
  • Der frei gewordene Tütensammler dient nun in einer versteckten Ecke als Stehsammler für Kunstleder und SnapPap, das gerollt aufbewahrt werden muss.
  • An der Wand sorgt eine Lochplatte mit Haken, Ablage und Rollenhalter für zusätzlichen Stauraum und eine leicht zugängliche Aufbewahrung meiner Schrägbandsammlung.
  • Meine Stoffvorräte, die bislang in textilen Schuhkartons aufbewahrt wurden, sind nun hinter Glastüren gezogen. Das hat den Vorteil, dass ich die gesamte Breite des Regalfachs ausnutzen kann und weiterhin alles staubgeschützt, aber sichtbar gestapelt ist.

So, und nun säume ich noch das Shirt, das seit einer Woche auf der Schneiderpuppe hängt und schon vorwurfsvoll guckt.

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Pinterest Nähzimmer Ordnung

Babykleidung ins rechte Licht gerückt

Vor einigen Wochen bin ich Tante geworden. Und NATÜRLICH musste ich dem Neffen etwas nähen! Ein paar Teile in Größe 56 gab es schon zur Geburt, nun folgte zum ersten Treffen der nächste Schwung. Süße Kinderstoffe gibt es ja im Überfluss, aber neulich fiel mir im Stoffladen, als ich – wieder einmal – nur etwas Schrägband und sonst nichts kaufen wollte, ein Stoff in die Finger, der einfach mit musste: Der maritime Print kann nämlich etwas! Er wechselt im Sonnenlicht die Farbe. Und das nicht nur ein wenig, sondern richtig deutlich!

 

Davon musste also ein halber Meter mit! Um nicht am Bedarf vorbei zu nähen, habe ich meine Schwester gefragt, was im schon wohlgefüllten Kleiderschrank noch fehlt – und bekam zur Antwort: ein Schlafanzug mit extra langen Beinen. (Ja, der Neffe fällt nicht weit vom Stamm und macht schon Anstalten, der Normkurve davon zu wachsen…) Nun ist ein Schlafanzug, der im Sonnenlicht die Farbe wechselt, höchstens in Skandinavien witzig. Da der Neffe aber in Mississippi aufwächst, musste für den coolen Stoff ein anderer Verwendungszweck her: Ein Body mit passender Buxe sollte es werden.

UV-Stoff Farbwechsel Babyoutfit

Glow-in-the-Dark-Schlafanzug

Doch der Wunsch nach einem Schlafanzug produzierte eine neue Idee, denn neben den UV-empfindlichen Stoffen lagen im Stoffladen auch Stoffe, die im Dunkeln leuchten! Wer in den Achtzigern aufgewachsen ist, kennt sicher noch die Sternenaufkleber, die man sich im Kinderzimmer an Wand oder Decke geklebt hat und die im Dunkeln leuchteten – nach diesem Prinzip funktioniert auch der Stoff. Ich habe mich für den Schlafanzug für einen weichen, grauen Jersey entschieden, auf dem kleine Sterne auftauchen, wenn man ihn zuvor angeleuchtet hat. Was auf den ersten Blick langweilig wirkt, entfaltet dann erst im Dunkeln seine volle Wirkung. Das ist allerdings deutlich schwieriger zu fotografieren als der Farbwechsel!

Tragefotos gibt es von beiden Outfits noch nicht, da sie in Größe 68 und damit zum Reinwachsen genäht sind – bei dem Tempo, in dem der Neffe wächst, wird das aber wohl nicht mehr lange dauern.

Die verwendeten Schnittmuster sind allesamt Freebooks – der Dank gebührt:

Portemonnählektionen

Es war an der Zeit, dass ich mich trenne.  Von meinem Portemonnaie. Es hatte seine besten Jahre hinter sich. Was macht die Frau mit Nähmaschine also? Richtig: Sie näht sich selbst ein neues. Beim Schnittmuster habe ich mich für das Portemonnaie aus dem Pattydoo-Buch „Taschenlieblinge selber nähen“ entschieden. Die Innenaufteilung gefiel mir gut und es schien ausreichend Platz für Karten, Geld und sonstigen Kleinkram zu bieten. Außerdem hatte ich in der Pattydoo-Facebook-Gruppe schon viele schöne Exemplare gesehen, die mich dazu animierten, es auch einmal zu probieren, auch wenn gefühlt die Hälfte der Ausführenden dort berichtete, wie sehr sie über die Falten geflucht, mit der Maschine gekämpft und gegen das eigene Unverständnis der Anleitung angenäht haben.

Und ich muss gestehen: Auch ich habe etwas geflucht, einiges aufgetrennt und Lektionen fürs nächste Mal gelernt. Dennoch bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Insbesondere, weil ich mir vorgenommen hatte, besonders genau zu arbeiten, da sich Ungenauigkeiten bei einem solchen Teil sofort rächen. Ich habe also penibel exakt zugeschnitten, Nahtzugaben auf die Schnittmusterteile übertragen und angegebene Maße beim Nähen sorgfältig eingehalten. Das hat sich schon mal ausgezahlt – die Karten passen in die Fächer, es ist nichts krumm und schief und schreit nicht auf den ersten Blick „selbstgenäht“.

Dennoch ist nicht alles so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass ich einen blöden Anfängerfehler gemacht habe: Wie so oft habe ich nicht die ganze Anleitung vor dem Zuschnitt durchgelesen. Meist erklärt sich der nächste Schritt ja viel besser, wenn man das Werkstück im in der Anleitung beschriebenen Arbeitsstadium vor sich liegen hat… Nun ja, hätte ich die Anleitung mal zu Ende durchdrungen, wäre mir klar geworden, dass das Reißverschluss- und Steckfach aus einem Stück sind. Mein Plan, die beiden Fächer aus unterschiedlichen Stoffarten zu nähen, ging also daneben. Nun sind also beide Fächer von außen grau und von innen rosa (statt eines grau, eines rosa).

Die gleiche Erkenntnis hätte mir den sehr lästigen Fehler erspart, den Reißverschluss falsch in die grauen Stoffteile einzunähen, denn ich habe erst verstanden, wie die beiden Fächer zusammenhängen, nachdem ich ein Täschchen mit grauem Stoff innen und außen fertig hatte. An dieser Stelle ist die Anleitung im Buch nämlich nicht besonders eindeutig: Die Schnittmusterteile sind in der Übersicht nur als Trenn-/Reißverschlussfach benannt, in der Anleitung ist dann von Innen- und Außentasche die Rede – das könnte klarer formuliert sein. Die ergänzenden bebilderten Anleitungen, die andere User schon in der Facebook-Gruppe gepostet hatten, habe ich natürlich erst entdeckt, als es schon zu spät war.

Überraschend gut hat hingegen das Stecken und Nähen der Ziehharmonika-Falten außen geklappt. Mit einem gefalteten Stoffstück unter dem Nähfuß für den Nahtbeginn und dem Reißverschlussfuß ging das problemlos. Auch hierbei hat mir allerdings der Hinweis aus der Community geholfen, nicht erst alle Falten zu stecken und dann zu nähen, sondern jeweils nacheinander zu stecken und zu nähen, weil man so den übrigen Stoff besser aus dem Weg biegen kann.

Nun habe ich also ein geräumiges neues Portemonnaie, das sich ab heute im Alltag bewähren darf.

Verwendete Materialien:

Erste Male: Probenähen für ein neues Schnittmuster

Wenn man sich in der (bloggenden) Nähszene umschaut, begegnet man regelmäßig Aufrufen zum oder Berichte übers Probenähen eines neuen Schnittmusters. Für die Ersteller der Schnittmuster ist das die Möglichkeit, Passform, Verständlichkeit der Anleitung und Ähnliches im Vorfeld der Veröffentlichung zu testen. Die teilnehmenden Schneiderlein bekommen im Gegenzug ein noch unveröffentlichtes Schnittmuster kostenlos vorab, verpflichten sich aber im Gegenzug, an einer gewissen Anzahl Proberunden teilzunehmen und Feedback zu geben sowie Bilder zur Veröffentlichung zu liefern.

Im vergangenen Herbst habe ich mich für ein solches Probenähen gemeldet, bei dem ein Bausatz für simple Herrenshirts getestet werden sollte. Männer sind ja eine chronisch schwierige Klientel, wenn es darum geht, sie zu benähen. Viele Stoffe scheiden aus, weil sie zu kindisch, feminin, albern sind. Und bei den möglichen Schnittmustern sieht es ähnlich aus – die Varianz bei T-Shirts, Hoodies oder Pullovern ist bei Herren nun einmal begrenzt.

Super-Basics für Herren von Muhküfchen

Den Schnitt von Ines von Muhküfchen fand ich deshalb interessant, weil er immerhin eine ungewöhnliche Idee für die Ärmel beinhaltet: Das Schnittmuster ist ein frei kombinierbarer Baukasten, bei dem man beispielsweise das Vorderteil mit Raglanärmeln (also schräg angesetzten) und das Rückenteil mit normalen Ärmeln nähen kann. Außerdem gibt es eine Langarm- und eine Kurzarm-Variante.

Im Rahmen des Probenähens habe ich insgesamt drei Shirts genäht und mich dabei auch gleichzeitig zum ersten Mal an einem V-Ausschnitt probiert. Der erwies sich in diesem Fall dann auch prompt als zu tief, sodass das Ergebnis eher ein „daheimrum“-Shirt ist. Außerdem scheint das von mir benähte Exemplar Mann eher kantige Schultern zu haben, an denen Raglan-Ärmel merkwürdige Falten werfen.

Ich habe für einen Mann mit 1,91 m Körpergröße und 100 cm Brustumfang Größe M genäht, was der Größentabelle entspricht und gut auskam. Mehr Fotos vom Probenähen mit anderen Größen, Ärmel- und Farbkombinationen findet ihr auf der Facebook-Seite von Muhküfchen und das Schnittmuster als E-Book gibt es hier.

kakakiri-Ballettröcke in Szene gesetzt

„Gibt es eigentlich auch Tragefotos von deinen Röcken“, wurde ich schon hier und da gefragt. „Ja, schon. Aber…“ musste ich dann bislang sagen, denn mich selbst wollte ich nicht unbedingt als öffenliches Model heranziehen. Und andere Kunden und Mittänzer dafür ebenso wenig „verhaften“.

Nun ergab sich aber eine Gelegenheit, einige meiner Ballettröcke mit einer Ballerina schön in Szene zu setzen: Yume Okano ist Tänzerin beim NRW-Juniorballett und trainiert regelmäßig mit uns Hobby-Tänzern bei den Open Classes des Ballett Dortmund. Sie hat sich netterweise gleich bereiterklärt, mit meinen Röcken zu posieren und sie ins rechte Licht zu setzen.

Übrigens: Meine Röcke gibt es in verschiedenen Weiten und Längen – sie passen also nicht nur zarten Ballerina-Figuren, sondern auch normalen Frauen.

Neu: jetzt auch bei DaWanda

kakakiri auf DaWanda

kakakiri jetzt auch bei DaWanda

Vor gut einem Jahr habe ich mein kleines Experiment gestartet und begonnen, handgenähte Ballettröcke über Etsy zu verkaufen. Der Zuspruch wuchs in den folgenden Monaten stetig, sodass ich mich inzwischen gut organisieren muss, um neben meinem Fulltime-Job noch Nachschub für den Shop und Spezialanfertigungen herzustellen und weitere Kooperationen (dazu in Kürze mehr!) einzugehen.

Etsy als internationale Seite bescherte mir Kunden aus Japan, Australien, den USA und anderen Ländern. Wer aber hierzulande nach selbstgemachten, individuellen Teilen sucht, schaut wohl zuerst bei DaWanda. Daher habe ich mich entschlossen, auch dort einen Shop zu eröffnen. Ab sofort findet ihr also meine Ballettröcke und Accessoires auch hier:

kakakiri auf DaWanda

 Ein Blick in den Shop

Erste Male: Nähen mit Avalon

Avalon kannte ich bis letzte Woche nur als Schauplatz eines Fantasy-Romans. Am Wochenende ist es mir aber unter die Nähmaschine geraten und hat ein Projekt gerettet.

Das Projekt war ein maßgefertigtes Balletttrikot für eine Etsy-Kundin, der Stoff ein in alle Richtungen dehnbares Lycramaterial. Der erwies sich als sehr widerspenstig: Bei allen Nahtproben ließ die Nadel Stiche aus – ob Geradstich oder Zickzack, ob Zwillingsnadel oder einfache. Nachdem diverse andere Fehlermöglichkeiten (Zwillingsnadel falsch eingefädelt, Faden in der Spulenkapsel verheddert etc.) ausgeschlossen waren, konnte es nur am Stoff liegen. Eine kundige Bekannte und die Beraterin im örtlichen Fachhandel empfahlen mir dann beide Avalon.

Diese wasserlösliche Spezialfolie soll verhindern, dass Stiche im Stoff verschwinden und sorgt dafür, dass der Stoff unter dem Nähfuß richtig „Grip“ hat. Dazu schneidet man (nicht zu schmale) Streifen, die man um die Nahtkante faltet und mit annäht. Zwar war es eine ordentliche Fummelei, den eingeschlagenen Belegstreifen und das Avalon zusammen sauber anzupinnen, aber es war die Mühe wert. Die Nähte waren plötzlich einwandfrei.

Man kann das genähte Teil anschließend natürlich einfach in die Waschmaschine stecken, aber weil ich zu neugierig war, wie sich das Avalon auflösen würde, habe ich es im Waschbecken ausgewaschen. Die Warnung der Verkäuferin, die Folie nicht mit nassen Fingern anzufassen erwies sich denn auch als berechtigt, weil das Avalon beim Kontakt mit Wasser sofort begann, sich wie durch Zauberhand in einen etwas seifigen Film zu verwandeln und dann ruckzuck ganz verschwunden war. Die Wasser von Avalon haben also nicht nur König Artus geheilt, sondern auch mir Rettung gebracht!

Und diesen Post schicke ich jetzt noch zum Creadienstag.

Mellie von Pattydoo: das Schnittmuster beim Wickel gepackt

Als damals in der Schule beim Berufseignungstest herauskam, dass ich eigentlich alles machen könnte, außer vielleicht Architekt oder Chirurg zu werden, fand ich dieses Urteil über mein räumliches Vorstellungsvermögen ungerecht. Ich habe den Rat dann zwar dennoch befolgt, wenn auch wohl nicht aufgrund dieses Tests…

Was das mit dem Schnittmuster zu tun hat, über das ich hier schreiben möchte? Nun ja, das Shirt „Mellie“ von Pattydoo hat mein räumliches Vorstellungsvermögen ordentlich auf die Probe gestellt: Es hat als besonderen Gimmick zwei überkreuzte Wickelteile vorne. Ich hatte im Pattydoo-Nähforum bei Facebook zwar schon verschiedentlich von Schwierigkeiten mit den Wickeln gelesen, aber erst nachfühlen können, woran es hakte, als ich mich selbst daran versuchte.

Dabei muss man wissen, dass die Pattydoo-Schnittmuster alle mit ausführlichen Videoanleitungen kommen, sodass man meinen sollte, dass etwaige Probleme damit lösbar sind. Aber mich hat ein Clou des Shirts dann doch schier zur Verzweiflung getrieben: Die Nähte, die Ärmel, Wickel und Vorderteil miteinander verbinden, sind nämlich nicht einfach Overlocknähte, die am Ende im Innern des Shirt liegen wie sonst üblich, sondern sie sollen mit der Nähmaschine genäht werden – und zwar so, dass die offenen Nahtkanten am Ende zwischen Vorderteil und Wickel versteckt sind.

Die entsprechende Stelle im Video habe ich wohl an die zehn Mal angeschaut, und immer scheiterte ich schon daran, nachzuvollziehen, wie die Teile des Shirts nun idealerweise vor mir auf dem Tisch angeordnet sein sollten. Nachdem ich eine Naht zum zweiten Mal aufgetrennt hatte, habe ich das Schwarmwissen der Facebook-Gruppe angerufen und dort auch einige Hinweise bekommen – allerdings nicht die ultimative Erklärung. Die habe ich schließlich selbst gefunden: Mit dem Abstand einiger Stunden habe ich das Video noch einmal angeschaut und hatte plötzlich eine Erkenntnis, die ich versuchen möchte hier zu erklären, denn vielleicht hapert es ja auch bei anderen an genau dieser Stelle.

Versuch einer Erklärung

Um den Ärmel sauber am Wickelteil zu fixieren, macht man eine ca. 3 cm lange Hilfsnaht. Dazu muss man zunächst den Wickel nach oben und dann von der Kante nach innen schlagen. Nachdem man die kurze Naht gesetzt hat, soll man den Ärmel über die gesamte Länge an den Wickel klammern und laut Video das Oberteil darüberschlagen. Doch genau hier ist der Haken! Was man im Video nämlich nicht sieht, ist, wie Ärmel und Wickel genau liegen müssen, bevor man das Oberteil hochklappt. Die Lösung bestand in meinem Fall darin, das Oberteil nicht über die drei Lagen des Wickels und des Ärmels zu schlagen, sondern darunter! Anders gesagt: Man muss alle Teile wieder so legen, wie es im Video gezeigt wird, bevor man die Hilfsnaht macht – also Wickel nach oben gelegt, Kante von Wickel und Vorderteil zur Mitte geklappt und Ärmel bündig auf dem Wickel. Es kommt also schließlich die linke Stoffseite des Vorderteils auf die linke Seite des Ärmels zu liegen. Hat man das einmal verstanden, läuft der Rest von ganz alleine.

Natürlich habe ich mich so über meinen Geistesblitz gefreut, dass ich versäumt habe, detaillierte Fotos von der Problemlösung zu machen. Es wird aber sicher nicht das letzte Shirt dieser Art bleiben, denn das Ergebnis gefällt mir ausgesprochen gut, und jetzt, wo ich den Trick einmal verstanden habe, sollte es beim nächsten Mal ja auch direkt funktionieren.

Shirt Mellie Pattydoo kakakiri

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