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Ballett · Musik · Nähen · Reisen

Ballettkleidung ausgemistet und zu verschenken

Ja, ich habe ganz schön viele Ballettklamotten. Mittlerweile ist es mir ebenso peinlich, auf die Frage „neues Trikot?“ mit „ja“ zu antworten wie mit „nein“. Oft genug stimmt es leider, aber wenn nicht, zeigt es doch, dass mein Schrank so voll ist, dass meine Mittänzer den Überblick verloren haben.

Da ein Umzug immer ein guter Grund ist, sich von Dingen zu trennen, man aber bei der Altkleidersammlung mit Balletttrikots vermutlich nicht viel anfangen kann, habe ich beschlossen, hier öffentlich auszumisten. Ich verschenke diese Klamotten, an den jeweils ersten, der in den Kommentaren „hier“ schreit und Interesse an einem Teil bekundet. Alle Trikots sind in gutem Zustand, einige habe ich nur wenige Male getragen, weil sie bei mir von der Passform doch nicht ganz ideal saßen, und ich würde mich freuen, wenn sie woanders eine zweite Chance bekämen.

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  1. Nylon-Trikot in bordeaux
    Größe: vermutlich L
    Marke: unbekannt
    Vorne mit eckigem Halsausschnitt, hinten V-förmig mit Raffung
    Ein sehr geliebtes, aber nun doch lange nicht getragenes Teil…


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  2. Mikrofaser-Trikot in Fuchsia
    Größe: XL
    Marke: Capezio
    Überkreuzte Rückenpartie
    Material: 92 % Nylon, 8 % Elastan


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  3. Mikrofaser-Trikot in anthrazit
    Größe: XL
    Marke: Move
    Angeschnittene Ärmel, Überkreuzte Brustpartie mit Verzierung, Clip-Verschluss am Rücken
    Sehr schönes Trikot, das leider für meine Körperlänge (1,89m) doch etwas zu kurz ist.
    Material: 78 % Nylon, 22 % Elastan
    (Die Darstellung auf dem Foto ist nicht ganz farbecht.)


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  4. Baumwoll-Samt-Trikot in bordeaux
    Größe: XL
    Marke: Sansha
    Zweigeteiltes Trikot mit Samt-Oberteil und Baumwoll-Unterteil und Spaghetti-Trägern
    Material: 92 % Baumwolle, 8 % Elastan


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  5. Mikrofaser-Trikot in magenta
    Größe: L
    Marke: Plume
    Überkreuzte Träger auf dem Rücken
    Material: 86 % Tactel, 14 % Elastan
    (Die Farbe ist in Natura noch etwas knalliger als auf dem Foto)


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  6. Mikrofaser-Rock in schwarz
    Größe: L/XL
    Marke: TCM
    Kein klassischer Ballettrock, sondern eher aus dem Fitness-Bereich
    wird seitlich geknotet

Wer nun also Interesse hat, schreibt mir einfach einen Kommentar hier oder eine Mail.

P.S.: Kudos für die Idee an Nelly von Knit two, Pointe two, bake two together!

Reiselust trifft Nähsucht: ein Reiseetui aus SnapPap

SnapPap ist – neben Korkstoff – das große neue Ding unter den Nähnerds. Als veganes Leder angepriesen, fühlt es sich eher an wie Pappe, ist aber ein wahres Wundermaterial: Man kann es waschen, bedrucken, bemalen, beplotten, färben und natürlich vernähen. Das wollte ich natürlich auch unbedingt mal ausprobieren.

Ich habe mich für meine ersten Versuche mit dem Material für die Variante in hellbraun entschieden, weil ich mir einen lederähnlichen Look versprach. Nun gleicht es zwar auch optisch eher Pappe, aber das kann ja auch chic sein (man denke an Retro-Notizhefte, die ja auch beliebt sind).

Da gerade die Urlaubsplanung für den Sommer in vollem Gange ist, habe ich mir ein Reiseetui ausgedacht, in dem zwei Reisepässe, Flugtickets, Hotelzimmer- oder sonstige Karten und Ausdrucke wichtiger Reiseunterlagen Platz haben. Dafür sollte das stabile SnapPap schließlich gut geeignet sein und man muss nichts verstürzen, verstärken oder versäubern.

Ausgehend von den Maßen zweier Reisepässe und der Breite einer DIN-A4-Seite habe ich folgenden Schnitt ausgetüftelt:

Reiseetui Maße SchnittmusterDa alle Nähte sichtbar sind, muss man vorher genau überlegen, was in welcher Reihenfolge woran genäht werden muss. Mein Masterplan lautete daher wie folgt:

  1. Kam Snaps anbringen: für den Verschluss einen Teil des Snaps auf einer kleinen Lasche (oben nicht im Bild, bei mir ca. 2 x 5 cm groß) anbringen. Das Gegenstück auf der Vorderseite montieren und dabei nicht so blöd sein, den Snap mit dem schönen Cap nach oben anzubringen (ich weiß, warum ich darauf hinweise!). Das ist ein wenig tricky, weil man das SnapPap eng zusammenrollen muss, um mit der Zange an die Position des Snaps zu kommen.
  2. Die Lasche in der hinteren Klappe „versenken“: Dazu die Mitte ausmessen und mit einem Cutter einen Schlitz passender Länge in den Falz schneiden.
    Reiseetui Snappap Kakakiri
  3. Verzierung der Vorderseite: Ich habe mich dafür entschieden, die Vorderseite mit Goldgarn zu besticken. Das ist natürlich nur möglich, bevor die Klappe innen befestigt wird. Verzierungen, die also auf die Innenseite „durchschlagen“ sollten tunlichst jetzt vorgenommen werden. (Besticken ist bei SnapPap übrigens so eine Sache: Da das Material dabei so häufig perforiert wird, muss sich noch zeigen, ob die Idee nicht eher blöd war…)
    Reiseetui SnapPap Besticken Kakakiri
  4. Flugticket-Einschub anbringen: dieses Fach wird zu diesem Zeitpunkt nur vertikal angenäht. Dazu eventuell mit etwas Wondertape / Stylefix fixieren und unten akkurat an der Kante ausrichten.
  5. Kartenfächer anbringen: Das SnapPap-Stück für die Kartenfächer muss zunächst in vier gleiche Teile unterteilt werden. Wenn man das auf Anhieb hinbekommt, hat man auch nicht die falschen Markierungen im Bild. Anschließend auch dieses Teil vertikal kurz hinter dem Falz festnähen und die Lasche mit dem Kam Snap dabei miterfassen. Anschließend entlang der oberen und unteren (aber NICHT der mittleren) Markierung das Kartenfach an die Rückklappe nähen.
    Reiseetui Kartenfächer KamSnap Kakakiri
  6. Reisepassfächer trennen: Nun folgt die mittlere Naht, die durch die Kartenfächer, die Reisepassfächer und die Rückseite des Etuis geht. Bei der Wahl des Garns solltet ihr euch daher überlegen, welchen Spulenfaden ihr einsetzt, da der nachher von außen auf der Rückseite sichtbar sein wird.
  7. Last but not least: oben und unten jeweils mit einer durchgehenden Naht alle Teile (Vorder- bzw. Rückseite mit den jeweiligen Klappen und Fächern) knappkantig (!) zusammen nähen.

 

FERTIG!
Reiseetui Snappap Vorderseite Kakakiri

Flesh and Bone – eine Serienkritik

Center Stage, Billy Elliott, Black Swan – fiktionale Ballettfilme kann man beinahe an einer Hand abzählen. Noch sparsamer sieht es an der Serienfront aus: Seit der ZDF-Weihnachtsserie Anna von 1987 kam nicht mehr viel. Umso neugieriger waren Junkies wie ich natürlich auf die Miniserie Flesh and Bone, die im November 2015 in den USA beim Sender starz lief.

Zum Bingewatching kam ich leider nicht, sodass ich gestern erst die letzte der acht einstündigen Folgen schauen konnte. Und spätestens nach dieser Folge war klar, dass hier eine Kritik fällig wird.

Ein Fazit in fünf Punkten:

  1. Offenbar ist die Ballettwelt uninteressant, wenn nicht alle Akteure irgendeinen Psychoknacks haben: Die Hauptfigur Claire ist psychisch labil und arbeitet sich an ihrer Vergangenheit samt inzestuösem Verhältnis zu ihrem Bruder ab, der Künstlerische Leiter der Ballett-Compagnie ist manisch, es gibt die koksende, intrigante Primaballerina, die Essgestörte,  die Nebenbei-Stripperin, die Suizidale, einen Obdachlosen mit seherischen Fähigkeiten,…
  2. Realität und Fiktion liegen oft nah beieinander: Während „cattle calls“ wie bei Claires Vortanzen in Folge 1 üblich sind, ist es wenig wahrscheinlich, dass Tänzer bei einer solchen Audition eine Solo-Variation tanzen sollten.
  3. Indem die Autoren in einer Folge suggerieren, Tänzer müssten auch mal für sexuelle Gefälligkeiten zur Verfügung stehen, um die finanzielle Zuwendung eines Mäzens zu sichern, haben sie das Ziel der Glaubwürdigkeit jedenfalls meilenweit verfehlt.
  4. In der letzten Folge auch noch die (ins Reich der Legenden gehörenden) Glasscherben in den Spitzenschuhen der Hauptfigur auszugraben, sieht wirklich aus, als arbeite jemand die Klischee-Checkliste Punkt für Punkt ab.
  5. Wenn schließlich noch der Mal-Freund-mal-Freak-Obdachlose am Ende als Drachentöter in Kronkorkenrüstung auftritt, ist man froh, dass dann auch Schluss ist.

Sollte man „Flesh and Bone“ trotzdem schauen? Wer keinen Spaß an Tanz hat, findet sicherlich wenig Anreiz, dran zu bleiben. Für alle Ballettfreunde sei gesagt, dass die Besetzung immerhin aus echten Tänzern besteht: Sarah Hay alias Claire Robbins war Tänzerin des Semperoper-Balletts, der männliche Principal ist Sascha Radetsky (Solist des ABT) und als Choreograf steckt Ethan Stiefel (auch nicht-Ballettratten als Cooper Nielson aus „Center Stage“ bekannt) hinter der Serie. Man kann die Ballett-Szenen also schauen, ohne sich vor Schmerzen zu winden (wie kürzlich beim Tatort). Wem das nicht reicht, der muss weiter warten auf die Serie, die ohne diese Ballett-Klischees auskommt.

Pärchen-Handschuhe für kalte Winterspaziergänge

Man kennt das: Bei Winterspaziergängen muss man sich entscheiden – warme Finger oder Händchen halten mit der besseren Hälfte. Beides geht irgendwie nicht. Ein Handschuh für zwei verschränkte Hände wäre die Lösung. Und das müsste sich doch nähen lassen. Eine kurze Pinterest-Recherche nach Pärchen-Handschuhen ergibt dann auch, dass die Idee nicht neu ist, bisher aber hauptsächlich Strickanleitungen dazu kursieren.

Also habe ich selbst einen Entwurf gemacht. Die Herzform hat natürlich einen gewissen *hach*-Faktor, bietet sich aber für zwei verschränkte Hände auch einfach an. Mit der Formenpalette aus Word, Microsoft Paint und meinen großartigen Bildbearbeitungs-Fähigkeiten habe ich ein Schnittmuster gebastelt, das ich hier auch zum Download anbiete. Natürlich kann man es sich auch in beliebiger Größe ganz einfach selbst erstellen.

Materialbedarf

  • ca. 30 cm * 120 cm kuscheliger Stoff
  • ca. 10 cm Bündchen (oder alte Socken, Erklärung s. u.)
  • ggf. Material zum Verzieren
  • Schnittmuster

Anleitung

Weil diese Handschuhe ja nicht so eng anliegen werden wie normale Fingerhandschuhe und ich eine notorische Frostbeule bin, habe ich mich gleich entschieden, sie mit einem Innenfutter zu nähen. (Eignet sich hervorragend zur Stoffreste-Vernichtung, weil man vom Futter nichts sehen wird.) Man muss das Herz dafür also viermal im Bruch zuschneiden: zweimal aus dem Oberstoff und zweimal als Futter (Sweat oder Fleece bietet sich hier an).

Die beiden Innenteile legt man so aufeinander, dass die kuschligen Stoffseiten innen sind. Nun außen zunähen und nur die beiden Eingriffe (zwischen den roten Markierungen) offen lassen. Das Innenteil nicht wenden.

Die Innenteile mit den kuscheligen Seiten innen zusammen nähen

Die Innenteile mit den kuscheligen Seiten innen zusammen nähen

Die Außenteile kann man entweder erst noch mit Applikationen, Webbändern oder sonstigem Schnickschnack verzieren oder direkt rechts auf rechts nach dem gleichen Prinzip zusammennähen. Die Nahtzugabe an der Spitze des Herzens am Besten etwas zurückschneiden und oben ein wenig einknipsen, dann lässt es sich nach dem Wenden besser ausformen. Nun durch eine Eingriffsöffnung wenden.

Die Nahtzugabe an der Spitze des Herzes zurückschneiden

Die Nahtzugabe an der Spitze zurückschneiden

Jetzt steckt man das Innenteil durch die Armöffnung in das Außenteil und bringt die beiden Öffnungen übereinander. Als Bündchen eignen sich alte Socken hervorragend: Selbst wenn die an der Sohle oder an den Zehen Löcher oder dünne Stellen haben, ist der Teil oberhalb der Ferse ja meist in guter Verfassung. Also einfach abschneiden und wiederverwerten – entweder direkt das Sockenbündchen nehmen oder den glatten Teil der Socke doppelt legen.

Die (Socken-)Bündchen mit der offenen Seite nach oben auf die Eingriffe stecken.

Die (Socken-)Bündchen mit der offenen Seite nach oben auf die Eingriffe stecken.

Jetzt kommt der fummeligste Teil: das Bündchen mit der offenenen (unversäuberten) Kante nach oben auf die Eingriffsöffnungen stecken. Nun alle drei Teile (Innenteil, Außenteil und Bündchen) mit einer Overlock- oder Zickzacknaht aneinander nähen. Damit die Naht nachher glatt liegt, habe ich sie noch abgesteppt.

Pärchen Handschuh kakakiri schwarzPärchen Handschuh kakakiri rot Fertig!

Nachtrag:

Pärchenhandschuhe Gebrauch kakakiri

Verschenkt und für gut befunden.

#twitspeare: Ein Shakespeare-Stück pro Monat

Ein Bekenntnis vorneweg: Man kann Anglistik studieren (zugegebenermaßen mit Schwerpunkt Linguistik), ohne ein einziges Seminar über Shakespeare zu belegen. Hätte ich nicht in der Schule „Macbeth“ gelesen und später immerhin noch den „Sommernachtstraum“ und „Was ihr wollt“ auf der Bühne gesehen (letzteres beim grandiosen Shakespeare in the Park auf der Open-Air-Bühne im New Yorker Central Park – aber das wäre eine eigene Geschichte), wäre ich nun Shakespeare-freie Anglistin. (Wobei man offenbar auch Künstlerische Leiterin des Globe Theatre werden kann, ohne Shakespeares Werke gelesen zu haben…)

Nun ergibt sich allerdings eine günstige Gelegenheit, diese Bildungslücke zu verkleinern: In diesem Jahr wird der 400. Todestag von Shakespeare begangen und Katrin hat dazu das Projekt #twitspeare angestoßen:  Jeden Monat ein Shakespeare-Stück lesen und darüber twittern. Das ist wieder so ein Jahresprojekt, das einem potenziell Stress bereiten kann. Wer aber bei Bedarf eine Runde aussetzt, wird wohl nicht gleich geächtet.

Die Shakespeare-Gesamtausgabe bekommt man als E-Book ja kostenlos,  auch wenn eine gedruckte Ausgabe im Regal natürlich mehr hermachen würde. Los geht’s mit „Much ado about nothing“. Und mit dem Stress. Denn noch liegt ein anderes angefangenes Buch auf dem Bücherstapel oben und der Januar ist ja schon elf Tage alt.

Wer noch mitmachen will: Mitleser und -twitterer sind jederzeit willkommen. Einfach hier entlang:


Ein Blick in mein Ballett-Journal

Ich liebe ja schöne Notizbücher. Meist bezähme ich mich aber und kaufe sie dann doch nicht, weil ich nicht viel Verwendung dafür habe. Daher lag dieses schöne Exemplar (an dessen Herkunft ich mich gar nicht mehr erinnere) schon einige Zeit herum, bis mir ein Verwendungszweck begegnete.

Dance Journal 2015

Dance Journal 2015

Ich hatte schon häufiger (zum Beispiel bei Dave) den Tipp gelesen, man sollte ein Ballett-Journal führen, um Tipps, Korrekturen, Choreografien oder Fortschritte darin festzuhalten. Anfang 2015 beschloss ich, das einmal auszuprobieren und erklärte das Notizbuch mit den Noten zum Ballett-Tagebuch.

Darin habe ich im vergangenen Jahr also jede Class dokumentiert und durchnummeriert. Da ich an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Lehrern trainiere, habe ich neben dem Datum jeweils auch die Schule und den Lehrer notiert und mir nun einmal den Spaß gemacht, das Ganze auszuwerten.

Insgesamt habe ich 107 Ballettstunden an fünf verschiedenen Orten bei – und hier war ich überrascht – 15 Lehrern besucht. Darunter waren einige, bei denen ich nur eine einzige Stunde hatte (wie Sol, die in Moskau das Training gab ), und andere, bei denen ich regelmäßiger Unterricht hatte, wie Risa mit 14 oder Spitzenreiterin Mitsi mit 30 Classes.

Abgesehen von diesen Hard Facts habe ich aber auch versucht, nach jeder Stunde Korrekturen oder schöne Kombinationen aufzuschreiben. In Finnland habe ich außerdem abends die am Tag einstudierten Choreografien notiert – weniger um sie später nachzulesen, als um sie auf diese Weise nochmal zu wiederholen.

Was steht also so drin?

So etwas zum Beispiel:

Arm-Koordination bei Pirouetten: Arm öffnet schon im Plié.

Class #27, 25.03.2015

Drehungen: Arme enger am Körper, dabei Ellenbogen trotzdem unterstützen.

Class #72, 18.08.2015

Attitude: Die Verbindung von Spielbein und gegenüberliegender Schulter muss im Rücken spürbar sein.

Class #103, 11.12.2015

Oder auch sowas:

Schönes Grand Allegro am Ende: Temps levé, Glissade, Assemblé – Préparation andere Seite, Assemblé, Sissonne ouvert, Pas de bourré.

Class #21, 07.03.2015

Für 2016 habe ich noch kein neues Journal angelegt – es fehlt noch ein schönes Notizbuch.

Ballett-Vorsätze 2015: ein Fazit

Wie ich ja hier schon feststellte, ist das mit den guten Vorsätzen so eine Sache: Sich schöne Ziele stecken ist eine Sache, sie realisieren eine andere. Ich könnte nun also scheinheilig pfeifend weitermachen und hoffen, dass sich niemand daran erinnert, dass ich vor einem Jahr Ballett-Vorsätze für 2015 formuliert hatte.  Stattdessen lasse ich das Tutu runter und sage, wie es meinen Vorsätzen ergangen ist:

  1. Pirouetten

    Die sind leider noch immer eine Dauerbaustelle. Mal klappt es besser, mal so gar nicht. Die Beständigkeit, die ich mir für 2015 erarbeiten wollte, lässt jedenfalls noch immer auf sich warten. Ich kann also in Umkehr eines beliebten Tänzer-Sprichworts nur feststellen:

    I may not be single, but my pirouettes are.

    I may be single, but my pirouettes aren't 🌪

    A video posted by SCOUT FORSYTHE (@scoutforsythe) on

  2. Flexibilität

    Stichwort Rückenflexibilität: Ehrlicherweise sind auch hier keine nennenswerten Verbesserungen festzustellen, was sicher auch damit zusammenhängt, dass ich nicht die Disziplin habe, daheim regelmäßig zu stretchen. Die Ziele für 2016 sind also schnell gesteckt.

  3. Gesichtsausdruck

    Die vermeintlich einfachste Aufgabe ist dennoch ganz schön schwer: An so etwas Banales wie den Gesichtsausdruck zu denken, wenn man gleichzeitig zwei Füße, zwei Arme und einiges mehr koordinieren soll, gerät schnell in Vergessenheit und man sieht am Ende doch so aus:

 

Und jetzt, neue Ziele für 2016? Wieso – die alten sind doch noch gut!

Totgesagte quilten länger: Verlängerung für den 365-Tage-Quilt

Mit guten Vorsätzen ist das bekanntlich so eine Sache: Voll motiviert startet man sein neues Projekt, bevor nach einigen Wochen der Schlendrian einsetzt. Nicht anders erging es mir mit meinem Großprojekt, das ich mir für 2015 vorgenommen hatte: dem 365-Tage-Quilt. Was im Januar noch ganz vielversprechend anfing, sah Anfang April schon etwas angespannter aus. Und weil auch in den folgenden Monate keine großen Fortschritte zu vermelden waren, folgte hier im Blog ein langes Schweigen.

In der Zwischenzeit habe ich den Quilt jedoch nicht still und leise abgeschrieben, sondern weiterhin bei jedem Nähprojekt Reste genutzt, die beim Zuschnitt entstanden, um weitere Quilt-Quadrate zuzuschneiden. Allerdings war bis Mitte des Jahres klar, dass die Zahl von 365 Quadraten bis Jahresende nicht zu erreichen wäre. Daher habe ich mich entschieden, das Projekt ins Jahr 2016 zu verlängern.

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angefangene und fertige Reihe, Dez. 2015

Ich hatte im Laufe des Jahres bereits immer wieder farblich passende Stoffstücke zu Reihen arrangiert. Vier Reihen sind mit 14 Quadraten abgeschlossen, einige weitere angefangen. Im Nachhinein stellt sich das nun als Fehler in der Vorgehensweise heraus, weil ich leider erst kürzlich auf eine Anleitung¹ zum akkuraten Zusammenfügen von Quilts gestoßen bin, die ein anderes Vorgehen empfiehlt: Jeweils vier Stoffstücke werden dabei zu Quadraten arrangiert, die anschließend zusammengenäht werden.

Quilt Quadrate arrangieren

Quadrate aus jeweils vier Stoffstücken

Indem man die beiden Reihen direkt nacheinander durch die Maschine füttert, hängen sie in der Mitte bereits zusammen und es ist beinahe idiotensicher, einen sauberen Mittelpunkt zu erzielen.

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Zwei benachbarte Reihen werden mit einem Faden zusammengenäht

Auf diese Art und Weise habe ich nun 48 weitere Quilt-Blocks zu 12 Quadraten verarbeitet. Später werden diese Quadrate miteinander vernäht und wenn es dabei gelingt, die Stellen, an denen dann wiederum vier Stoffstücke aufeinander treffen, sauber zu treffen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch im fertigen Quilt weniger Verschiebungen und Ungenauigkeiten zu sehen sind.

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Saubere Mitte.

Wie ich die angefangenen und fertigen Reihen mit den neuen Viererblocks am Ende kombiniere, bin ich mir noch nicht sicher. Vorerst sammle ich also weiter und vernähe passende Viererkonstellationen.

Mit den bereits zu Reihen zusammengefügten Stoffstücken und einigen nun noch übrigen Blocks komme ich zum Ende des Jahres immerhin auf 154 verarbeitete bzw. vorbereitete Quiltstücke. Um am Ende eine Gesamtgröße von etwa 140 x 180 cm zu erreichen, brauche ich also rund 100 weitere Quadrate für meinen Quilt. Gute Vorsätze für 2016: check.

¹Die Anleitung, auf die ich mich beziehe, hätte ich hier gerne verlinkt – ich weiß nur leider nicht mehr, wo ich sie gefunden habe.

Näh-Bilanz 2015

Es war lange still hier – und damit sind wir auch gleich beim Thema: Die Zeit zum Bloggen ist knapp, und gute Vorsätze allein schreiben noch keinen Post. Pünktlich zum Adventsbeginn kommt daher nun eine kleine Bilanz meiner „Sticheleien“ dieses Jahres, die als Projekte leider nicht einzeln den Weg hierher gefunden haben.

Und bevor jemand fragt: Um den 365-Tage-Quilt ist es zwar auch still geworden, doch er ist noch nicht tot. Aber hierzu demnächst mehr…

Nun also eine kleine textile Zusammenfassung des Jahres 2015:

Am Anfang stand ein Schlafanzug – Auftragswerk einer Freundin, die damit ihren Neffen beschenken wollte, der Landkarten liebt. Also gingen wir auf die Suche nach einem geeigneten Stoff, was sich als gar nicht so einfach erwies. Zwar gibt es Baumwoll- und Dekostoffe mit entsprechenden Prints, ein schlafanzugtauglicher Jersey allerdings fand sich erst bei Etsy und musste aus der Türkei importiert werden. Gut, dass wir frühzeitig recherchiert haben, denn das gute Stöffchen war eine Weile unterwegs. Das Schnittmuster war ein selbst zusammengestelltes, das auf zwei Freebooks basierte: dem Oberteil Autumn Rockers von mamahoch2 und einer Hose nach dem Schnitt von Näähglück.

Dreimal Lady Rose

Dreimal Lady Rose

Ein Schnitt, der in diesem Jahr gleich mehrfach zum Einsatz kam, ist der für das Kapuzenshirt Lady Rose von mialuna: einmal ohne Taschen und mit 3/4-Ärmeln (für mehr reichte leider der tolle beidseitig verwendbare Stoff in türkis-petrol nicht) und zweimal mit Taschen und langen Ärmeln – ebenfalls aus Doubleface-Stoff, sodass die Kapuze auch ungefüttert eine interessante Innenseite hat und die Tascheneingriffe automatisch kontrastieren. Ich bin sicher, es werden nicht die letzten ihrer Art bleiben.

Shirt "Scarlett" mit Wasserfallkragen

Shirt „Scarlett“ mit Wasserfallkragen

Ebenfalls mehrfach gebraucht habe ich das Schnittmuster für das Shirt Scarlett von pattydoo mit Wasserfallkragen. Allerdings habe ich bei Exemplar Nummer 1 einen ganz besonders schönen Anfänger-Fehler gemacht und es offenbar geschafft, das Rückenteil quer zum Fadenlauf zuzuschneiden, sodass nun die beiden Teile nicht nur unterschiedlich lang erscheinen, sondern insbesondere der Farbverlauf einmal längs und einmal quer verläuft. #facepalm

Auch 2015 gab es natürlich wieder Nachwuchs im Bekanntenkreis, für den vom Knistertuch (für das nun Bratschlauch im Haus ist)¹ über eine Kombi aus Body und Strampelsack, eine Pumphose bis zum Babyjäckchen einiges entstand. Und weil Geschwisterkinder nicht leer ausgehen sollten, gab’s zu letzterem gleich noch etwas „Essbares“ für die Puppenküche hinzu:

Babyjäckchen nach dem Schnitt "MiniJaWePu"

Babyjäckchen nach dem Schnitt „MiniJaWePu“

Puppenküchen-Vorräte

Puppenküchen-Vorräte

Shirt "Kaschi" mit improvisiertem Kragen

Shirt „Kaschi“ mit improvisiertem Kragen

Ein Schnitt, mit dem ich leider nicht zufrieden war, ist das Shirt Kaschi von Pech & Schwefel, das sich als recht unförmig mit zu groß geratenem Halsausschnitt erwies. Ein aus den Stoffresten fabrizierter Schalkragen hat dieses Problem wenigstens notdürftig behoben. Dafür bin ich ganz zufrieden mit meinen Erstlingsversuchen im Applizieren mit Hilfe von Vliesofix (aufbügelbare „Klebehilfe“) – hier einfach Ton in Ton mit demselben Stoff auf links.

Kleinere Stoffreste-Verarbeitungs-Projekte und Nützliches wie einige Täschchen aus Schokopapier sind – quasi nebenbei – auch immer mal noch entstanden. Inzwischen warten auch schon wieder neue Stöffchen und noch unerprobte Schnittmuster darauf, an- und zugeschnitten zu werden. Es ist eine fiese Sucht, diese Näherei…

¹Bratschlauch eignet sich wunderbar für Knistertücher, weil er nicht nur super knistert, sondern auch sehr hitzebeständig ist und man ihn deswegen auch heiß mitwaschen und sogar -bügeln kann.

World Ballet Day neu aufgelegt

Am 1. Oktober ist wieder World Ballet Day. Dass Ballettnasen wie ich den Impuls haben, einen Tag Urlaub zu nehmen, um von 4.00 Uhr morgens bis 3.00 am nächsten Tag Ballett-Bingewatching zu betreiben, zeigt vermutlich, dass das ein großes Ding ist. Und de facto ist es das auch, denn fünf der weltweit angesehensten Ballett-Compagnien schließen sich dafür zusammen und streamen jeweils live zwischen drei und fünf Stunden ihres Arbeitsalltags.

Vom Australian Ballet in Melbourne über das Bolshoi in Moskau, das Royal Ballet in London, das National Ballet of Canada bis zum San Francisco Ballet kann man einigen der besten Tänzer weltweit beim Training zusehen. So stand im vergangenen Jahr beim ersten derartigen Event beispielsweise im Bolshoi gerade eine Probe von Svetlana Zakharova für »The Legend of Love« auf dem Plan.

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Svetlana Zakharova und Denis Rodkin in einer Probe während des World Ballet Day 2014

Es geht also jeweils los mit der Morning Class – dem täglichen Technik-Training – gefolgt von Probeneinblicken in das aktuelle Repertoire der Compagnien, garniert jeweils mit Interviews mit Tänzern, Ballettmeistern oder Choreografen. Verfolgen kann man das Ganze entweder über die Website worldballetday.com oder die YouTube-Channels der jeweiligen Institutionen. Nutzern in Deutschland sei an dieser Stelle geraten, sich zuvor schon mal mittels VPN oder IP-Changer eine ausländische IP-Adresse zuzulegen, damit man nicht beim Frühstück ins Bolshoi gucken möchte und stattdessen hierauf stößt:

YouTube-Sperre

Da die Worldballetday-Website den Zeitplan für den Tag in Pacific Daylight Time angibt und die beteiligten Compagnien auf ihren Websites jeweils in ihrer lokalen Zeitzone rechnen, habe ich das mal in unsere Zeitzone übersetzt:

04.00 – 09.00 Uhr: The Australian Ballet

09.00 – 12.00 Uhr: Bolshoi Ballett

12.00 – 17.00 Uhr: The Royal Ballet

17.00 – 22.00 Uhr: The National Ballet of Canada

22.00 – 03.00 Uhr (02.10.2015): San Francisco Ballet

Alle, die am 1. Oktober keinen Urlaub nehmen können / wollen und dennoch nichts verpassen möchten, seien getröstet: Die YouTube-Videos werden auch später noch (wenigstens für einige Zeit) abrufbar sein, sodass man vielleicht doch nicht alles an einem Stück gucken muss.

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