kakakiri

Nähen · Ballett · Musik · Reisen

Plotten statt kleben! Schnittmuster auf A0 ausdrucken

Ich weiß: Ich bin nicht die erste, die diese Möglichkeit erfindet und auch nicht die erste, die darüber bloggt. Aber weil ich diese kürzliche Entdeckung so großartig finde, muss ich nun trotzdem darüber schreiben:

Wenn man Schnittmuster als E-Book kauft, bedeutet das normalerweise, dass man sie auf DIN A4 ausdruckt und dann einen Abend mit Schere und Tesafilm über den Boden kriecht, um die Einzelseiten passgenau zusammenzukleben. Dann las ich von Schnittherzchen, wo man die A4-Muster auf A0 ausplotten lassen kann. Darüber hinaus gibt es dort sogar die Möglichkeit, mit einem recht einfachen Online-Tool die Seiten zuvor richtig anzuordnen (denn der Schritt muss natürlich vorausgehen — schließlich sind alle Schnittmuster unterschiedlich aufgeteilt). Ich habe damit ein wenig rumgespielt und fand die Idee großartig, aber der Preis von ca. 9,95 € für einen zusammenzufügenden Schnitt und entsprechenden Plot inklusive Versand war mir dann doch ein wenig zu hoch. Doch die Idee schien es mir wert, weiterverfolgt zu werden, und siehe da: Andere Nähnerds waren vor mir auf die gleiche Idee gekommen (z. B. drehumdiebolzeningenieur).

Denn mit etwas Computerspielerei ist es gar nicht schwierig, aus den A4-Vorlagen wieder eine A0-Datei zusammenzusetzen und sie für kleines Geld plotten zu lassen. Mit Photoshop oder dem kostenlosen Programm Inkscape ist das mit etwas Übung schnell geschehen. Ich brauche für ein normal großes Schnittmuster mit ca. 20 Seiten etwa eine halbe Stunde. Dabei muss man natürlich darauf achten, dass man die Kleberänder, die für die A4-Ausdrucke eingeplant sind, wieder abzieht und die Schnittlinien (mit Hilfe der Klebemarkierungen, falls vorhanden) genau aneinander setzt.

Drei einfache Schritte

  1. In Photoshop eine neue Datei mit DIN-A0-Format anlegen (841 x 1189 mm)
  2. Über „Datei → Platzieren und Einbetten“ nach und nach die entsprechenden Seiten des Schnittmuster-PDFs laden und an Ort und Stelle schieben
  3. das fertige Dokument als PDF abspeichern

Da die Portokosten für die Plots sich natürlich nach dem Gewicht richten, lohnt es sich auch, mehrere Plots auf einmal zu bestellen. Ich habe daher direkt mal drei Schnittmuster, die ich schon länger auf der Festplatte, aber noch nicht ausgedruckt und zusammengeklebt hatte, geplottet und für vier A0-Bögen und einen A1-Bogen inklusive Versand 7,89 € bezahlt, was die Sache in meinen Augen total wert ist. Denn mir persönlich ist eine halbe Stunde Photoshop-Basteln deutlich lieber als das Herumkriechen auf dem Boden mit Schere und Tesafilm. Natürlich muss man dann wiederum 1-2 Tage warten, bis der bestellte Plot zu Hause ankommt, aber wenn man es nicht furchtbar eilig hat, lohnt sich das auf jeden Fall.

Neben der Klebearbeit, die man sich spart, sind die Plots auch um ein Vielfaches platzsparender aufzubewahren. Mir jedenfalls ist es noch nicht gelungen, eine Klebe- und Falttechnik zu entwickeln, bei der man den Schnitt nicht anschließend erstmal bügeln müsste, um ihn vernünftig wiederzuverwenden.

In manchen Fällen ist es aber sicherlich fraglich, ob sich der Plot wirklich lohnt: Da Farbplots deutlich teurer sind als schwarzweiße, sind Schnittmuster mit feinen Farblinien für die verschiedenen Größen und vielen Passermarken sicherlich nur im Farbdruck zu gebrauchen. Wenn sie dann noch so groß sind, dass sie nicht auf einen A0-Bogen passen, sondern man zwei daraus machen müsste, liegt man schnell wieder bei knapp 10 € für den Plot, sodass es dann sicher Ansichtssache ist, ob es sich dennoch lohnt.

Ich werde aber sicher in Zukunft öfter mal die Plotter-Option ziehen und mich darüber freuen, denn ich bastel einfach viel lieber mit Stoff als mit Schere und Kleber!

Das Elend mit dem Videoschnitt

Eigentlich fing alles damit an, dass ich nach dem letzten Sommerurlaub beschloss, meine etwas in die Jahre gekommene Spiegelreflex-Kamera (von 2007) zu verkaufen und mir stattdessen eine kleine Action-Cam zuzulegen. Nicht so sehr, weil ich so wahnsinnig actionreich unterwegs wäre, sondern eher, weil diese Kameras ein unglaublich handliches Format haben und zudem einen sehr weitwinkligen Bildausschnitt liefern ‒ eine gute Ergänzung zum iPhone also.

Mit dieser neuen Kamera, die neben Fotos eben insbesondere auch für Videos geeignet ist, habe ich im daher im Silvesterurlaub auch mehr Videos gemacht als bisher und hätte daraus nun gerne ein schönes Urlaubsfilmchen zusammengeschnitten. Computerspielereien machen mir ja eigentlich Spaß und ich hatte schon gelegentlich mit dem Windows Movie Maker etwas zusammengeschnitten. Nun gibt es aber unter Windows 10 den Movie Maker nicht mehr, sodass ich mich nach einem Ersatz umsah ‒ idealerweise natürlich Freeware.

Drei Kandidaten

Den ersten Versuch unternahm ich mit Shotcut, das aber aufgrund recht begrenzter Möglichkeiten schnell durchfiel.

Also weiter zu Nummer 2: OpenShot erwies sich in der Handhabung und den Optionen als sehr gut. Doch je länger das Video wurde, umso instabiler lief das Programm, bis die Absturzfrequenz einfach zu hoch wurde und ich mich trotz der bereits investierten Zeit noch einmal nach einer Alternative umsah.

VSDC Free Video Editor hieß die und ich fing abermals von vorne an. Zwar ist die Handhabung dieses Programms nicht ganz so intuitiv und in Teilen auch eher umständlich, aber es mutet meinem nicht allzu leistungsstarken Laptop nicht zu viel zu, weil es durch die Untergliederung in Szenen „verdauliche“ Einheiten statt eines großen Videoprojekts schafft, sodass sich das Programm nicht bei jedem Preview-Versuch aufhängt. Die große Ernüchterung kam dann, als ich das fertige Video endlich rendern und exportieren wollte, denn welches Dateiformat ich auch wählte,  spätestens bei etwa 25% des Videos erschien eine Fehlermeldung und das Programm hängte sich auf.

VSDC Video Editor Fehler Videoschnitt

Nach zig Stunden Arbeit und bisher null Ergebnis ist meine Stimmung irgendwo zwischen „mimimi“ und „ich brauch einfach ein Macbook (iMovie!)“. Vielleicht könnt ihr mir ja aber auch helfen und ein funktionierendes Videoschnitt-Programm empfehlen, das auch auf einem Nicht-High-End-Laptop rund läuft und für Heimanwender taugt.

Laola in der Elbphilharmonie

Eigentlich hatte ich mich damit abgefunden, die Elbphilharmonie nicht vor nächster Saison von innen zu sehen. Schließlich sind die Tickets für alle Konzerte bis zum Sommer seit langem restlos ausverkauft.

Doch manchmal hat man auch einfach Glück – oder eine liebe Freundin mit guten Kontakten. Und so kam ich nun drei Wochen nach der offiziellen Eröffnung an ein Ticket für ein Konzert für Hamburg des NDR Elbphilharmonie Orchesters im Großen Saal der „Elphi“.

Die Vorfreude war natürlich riesig. Ich fragte mich aber auch, ob der Hype wohl gerechtfertigt ist, oder ob nach all der medialen Aufmerksamkeit das tatsächliche Erlebnis eher unspektakulär ausfällt – schließlich habe ich schon einige Konzertsäle von innen gesehen. Gut, eine gebogene Rolltreppe („Tube“), eine Besucherplattform auf 37 m Höhe („Plaza“) und solche fancy Namen dafür haben natürlich die wenigsten…

Aber nun zur brennenden Frage:

@kakakiri Und? Wie klingt’s nun? Blogpost, bitte!

— Katrin Scheib (@kscheib) 4. Februar 2017

Der erste Eindruck

Viel hatte man gehört von der „Weißen Haut“, der Gipsverkleidung der Wände, die mit unregelmäßigen Rillen überzogen ist und dafür sorgen soll, dass der Schall gleichmäßig gestreut wird. So war ich überrascht von dem gedämpften Licht beim Einlass, das die gräuliche Wand ganz und gar nicht weiß wirken lässt.

Unsere Plätze im Block I in der 13. Etage, direkt über der Bühne hinter den 1. Geigen und Harfen, boten einen tollen Ausblick aufs Geschehen im Orchester und ließen selbst mich Insider über ein paar Dinge staunen bzw. schmunzeln. (Es gibt Halterungen für Horndämpfer, die man an den Stuhlbeinen befestigt.)


Zur Beurteilung der Akustik waren die Plätze sicherlich nicht ganz ideal. Im Cellokonzert von Haydn hörte man den Solisten Nicolas Altstaedt immer ein wenig gedämpft – immerhin war sein eigener Körper und die gesamte Geigengruppe zwischen seinem Instrument und uns. Auch das Orchester klang von diesem Platz ein wenig geigenlastig. Doch es wurde schon in diesem Werk deutlich, was anschließend Bartóks Konzert für Orchester bestätigte: Der Saal verkraftet dynamische Extreme. Einziger Wermuthstropfen in den Pianissimo-Stellen: das Rauschen der Scheinwerfer, die bereits für die zweite Veranstaltung des Abends eingehängt waren und deren Lüftungen offenbar auch im Standby liefen.

Die Konzerthaus-Mitarbeiterin in mir bemerkte außerdem, dass die Foyerkräfte sehr hübsche Uniformen trugen (frackähnliche Kombinationen mit einem maritimen Ringelshirt) und es offenbar auch andernorts schwierig ist, das Foto- und Videoverbot im Konzert strikt zu forcieren (ich wurde mehrfach von filmenden Handys mit „Taschenlampe“ geblendet; ein Herr im Parkett fotografierte mit Spiegelreflex-Kamera und Blitz, und ringsherum wurde natürlich eifrig Smartphone-geknipst).

Der zweite Eindruck

Nach dem gut einstündigen Konzert wäre ich zufrieden rausgegangen und hätte mich über meine unverhoffte Elphi-Premiere gefreut, doch es kam noch besser: Die liebe Freundin mit den Connections hatte auch noch zwei Tickets für die anschließende NDR Late Night ergattert, sodass wir nach einem Bierchen in der Elbphilharmonie-Bar Störtebeker noch einmal aus anderer Perspektive schauen und hören konnten.

Jetzt saßen wir in der 15. Etage im Block O direkt hinter dem Orchester. Dort war nicht nur die Aussicht eine andere, sondern auch der akustische Eindruck. Die von den Kritikern beschriebene Transparenz wurde dort – direkt hinter den Bläsern – insbesondere in Beethovens 5. Sinfonie offenkundig: Noch nie hatte ich einzelne „Bom-Bom-Boms“ der Fagotte oder gewisse Oboen-Passagen so deutlich herausgehört. Die unbarmherzige Konsequenz dieser klaren Akustik ist natürlich, dass auch Intonationsprobleme oder andere Wackler überdeutlich zu Tage treten.

Auf Beethoven folgten noch Lieder von Gershwin, in denen sich wiederum eine Herausforderung dieser Saalarchitektur zeigte: Die Lautsprecher für die mikrofonierte Sängerin J’Nai Bridges waren nur nach vorne gerichtet – für uns Zuhörer hinter dem Orchester klang daher alles etwas dumpf und weit entfernt.

Moderiert wurde dieses Konzert von Moderatoren der N-Joy Morningshow, die die Besucher nicht nur nach ihren Konzertbesuchsgewohnheiten fragten (erstaunlich und erfreulich viele „Ersttäter“!), sondern sie nach einer lockeren Plauderei mit einer Hornistin auch animierten, das Orchester mit einer Laola zu belohnen – hier zeigte sich allerdings entweder die berühmte hanseatische Zurückhaltung oder dringender Nachhilfebedarf bei Fußballfans!

Der dritte Eindruck

Mittlerweile war es kurz vor 23.00 Uhr und man hätte spätestens jetzt äußerst zufrieden nach Hause gehen können, doch das Late-Night-Format ging noch weiter: Nach einer Umbaupause sollten auf den klassischen Teil mit Orchester Tim Bendzko mit Band folgen! An Nachhausegehen war also noch nicht zu denken – stattdessen ergab sich ein erneuter Platzwechsel. Diesmal in die 16. Etage und den Block V, fast ganz oben unter dem Dach schräg links vor der Bühne.

Nach unserem Eindruck während der verstärkten Gershwin-Lieder war das sicher ein guter Tausch, da für die Band von Tim Bendzko zwar noch einige dicke Soundcluster auf der Bühne aufgestellt worden waren, die aber alle ebenfalls nach vorne gerichtet waren.

Spannend war in diesem Teil die Modifikation der Saalakustik durch glatte Wände, die in regelmäßigen Abständen aus dem Boden vor der Weißen Haut hochgezogen worden waren und die mit ihrer glatten Oberfläche bewirken sollen, dass die akustisch verstärkte Musik nicht breit gestreut und reflektiert wird.

Fazit

Dieses Haus gleich aus drei Perspektiven mit Repertoire von Frühklassik über Jazziges bis hin zum Pop kennenlernen zu können, war natürlich ein einmaliger Glücksfall! Und obwohl die Akustik sicher nicht für alles oder alle perfekt geeignet ist, macht es großen Spaß, das Ohr so genau am Geschehen zu haben – von der Atmosphäre, die auch bei 2100 Menschen im Saal noch „gemütlich“ wirkt, ganz zu schweigen. Ich drücke also allen die Daumen, die ungeduldig auf die nächste Vorverkaufsrunde warten, die am 15. Februar startet!

Was als „schnelles“ Stoffreste-Verwertungs-Shirt begann wurde die Geschichte einer Serie von Nähfehlern: Wie ich versuchte, einen verunglückten Halsausschnitt zu retten und dabei alles schlimmer machte.

 

Die Chronologie des Versagens:

  1. Halsbündchen beim Annähen nicht genug dehnen
  2. die Mühe des Auftrennens scheuen
  3. die Schnapsidee ausbrüten, mit einer Knopfleiste den Ausschnitt zusammenziehen zu können
  4. entgegen allen Empfehlungen die Knopfleiste nicht zunächst an einem Probestück nähen
  5. bei dieser Premiere auch noch eigene „Variationen“ hinzuerfinden
  6. Anleitung missverstehen
  7. völlig missglücktes Nähgut erhalten

Nach dieser Serie von Pannen und Fehlern war das Shirt (übrigens nach diesem Schnitt) eigentlich ruiniert, es einfach wegzuschmeißen brachte ich aber trotzdem nicht übers Herz. In einem letzten Rettungsversuch kam mir so die Idee, den Ausschnitt auch unten noch einzufassen und mit einem Knebelverschluss nach asiatischem Vorbild zu versehen. Es wurden dann am Ende Satinbänder und KamSnaps.

Das Longsleeve ist nun zwar grundsätzlich tragbar, doch seit langem eines meiner armseligsten Werke.

2016 – Ein Jahresrückblick in Suchbegriffen

Ich blogge nun seit etwas über zwei Jahren in sporadischen Abständen hauptsächlich über zwei Themen – Nähen und Ballett. Wieviele Menschen das interessieren würde, konnte ich zu Beginn überhaupt nicht abschätzen und versprach mir daher keine große Leserschaft. Nun haben im zweiten Jahr meines Bloggerdaseins insbesondere zwei Posts dazu geführt, dass sich die Zahl der Besucher hier von 2015 auf 2016 immerhin fast verzehnfacht hat: dieser über die Pärchen-Handschuhe und dieser über mein Reiseetui aus SnapPap.

So erfreulich die Entwicklung der Klick-Statistik für diesen Blog sind, so bedauerlich ist es, dass Google seit einigen Jahren die Suchbegriffe verschlüsselt, die Menschen hierher führen. So gibt die WordPress-Statistik leider nur Auskunft über einen kleinen Teil der Suchanfragen, die dazu geführt haben, dass Leute 2016 meine Seite entdecken. Eine Vielzahl der Suchbegriffe weist in Richtung der oben genannten oder weiterer Posts, doch einige sind kurioser und überraschender:

wie näht man essen – Diese Frage führt ganz klar hierhin. Ob die Antwort dann allerdings befriedigend ausfällt, sei dahingestellt. Immerhin liefert ein Bild Indizien dafür, wie ich aus Filz und Stoffresten Möhren, Spiegeleier und Farfalle genäht und hautfarbene Feinstrümpfe zu Kartoffeln verarbeitet habe. Wenn ihr allerdings nach schnittmuster säbel sucht oder kleine piraten nähen wollt, muss ich passen. Und bei granta parei habt ihr mich ganz verloren. Google klärt mich immerhin auf, dass das Hotel Granta Parey in den norditalienischen Alpen liegt und die Bildersuche lässt vermuten, dass es dort ganz nett ist.

was tanzt man am ende eine ballettstunde [sic] – Diese Frage beantworte ich wohl explizit so nirgends, sondern streife sie nur am Rande in meinem Post über die Ballettstunde in Russland: Das Grand Allegro steht typischerweise am Ende einer Ballettstunde, wenn man nicht danach noch zu einer Coda mit Fouettés oder Pirouettes à la seconde genötigt wird.

Dass es außer mir noch jemanden gibt, der lummerland ballett in einem Atemzug nennt, freut mich besonders, weil es zu diesem Eintrag über eine absolute Gute-Laune-Musik für die Ballettstunde führt. Schließlich kann ich noch eine letzte Suchanfrage hier ganz knapp beantworten: ist kaka ein stoff? Nein.

2.790 weitere Suchbegriffe (nicht -anfragen!) legt mir die Statistik leider nicht offen – aber verratet mir gerne in den Kommentaren, was euch hierher geführt hat!

Kudos übrigens an Katrin Scheib für die Idee zu diesem Post!

Großes Finale für den 365-Tage-Quilt

Was als 365-Tage-Quilt begann, ist nun eine Zwei-Jahres-Patchworkdecke geworden. Und sie besteht auch nicht aus 365 Stoffreste-Quadraten, sondern „nur“ aus 252. Also alles ganz anders. Letztlich ging es ja aber um eine sinnvolle Stoffreste-Verwertung und da kann man die Regeln auch mal unterwegs anpassen.

Nun ist also eine ca. 1,30 m x 1,60 m große Patchworkdecke entstanden, die zu Weihnachten auch schon den Besitzer gewechselt hat. Nachdem ich von der Anleitung von Pech & Schwefel so begeistert war, nach der ich auf halber Strecke angefangen habe, die Stoffquadrate ihrerseits in Vierer-Blocks anzuordnen und zusammenzunähen, habe ich die bereits genähten Reihen noch einmal aufgetrennt – eine Entscheidung, die mir diverse Stunden mit dem Auftrenner beschert hat. Doch diese Methode versprach einfach mehr Präzision.  Die 63 Vierer-Blocks habe ich anschließend halbwegs farbkoordiniert angeordnet und beim Zusammennähen die gleiche Methode verwendet.

Entgegen üblicher Patchwork-Konvention habe ich für die Rückseite einen ganz besonders flauschigen Stoff ausgewählt und dafür auf ein Volumenvlies verzichtet. Die Decke sollte als gemütliche Kuscheldecke auf der Couch dienen können und nicht ein steifer Teppich werden. Diese Entscheidung erwies sich als gut, denn so ist die Decke noch formbar und anschmiegsam.

Nachdem ich mit der Anleitung fürs Zusammennähen schon gut gefahren war, habe ich mich auch beim Quilten und Einfassen an das gleiche Pech-und-Schwefel-Tutorial gehalten.

Bleibt die Frage: und nun?

Als Stoffreste-Projekt war der Quilt ideal und er braucht unbedingt ein Nachfolgeprojekt. Der Bedarf an großen Decken ist aber (auch im Familien- und Bekanntenkreis) natürlich nicht enorm, sodass ich vielleicht eher versuchen sollte, öfter mal eine kleinere (Baby-)Decke zu nähen. Bei der aktuellen Reproduktionsrate meines Umfelds scheint der Bedarf hier jedenfalls noch nicht gedeckt…

 

Ein Adventskalender für den Mann

Männer beschenken ist ja ohnehin so eine Sache. Ihnen einen Adventskalender mit 24 Kleinigkeiten zu bestücken, ist nicht unbedingt einfacher. Natürlich – Schoki und Co. gehen immer, aber wenn es darüber hinausgehen soll, muss man sich schon etwas einfallen lassen. Was ich dem Mann in diesen 24 Säckchen versteckt habe, kann ich hier vor dem 1. Dezember natürlich noch nicht verraten, aber den Adventskalender zeige ich schon mal. Genäht habe ich ihn schon letztes Jahr – und das natürlich nicht zur einmaligen Verwendung.

Zum Nachnähen

Den Hintergrund bildet ein Stückchen Sternenstoff mit den ungefähren Maßen 30 x 70 cm, der vielleicht etwas stabilere Vlieseline (z. B. H 250) vertragen hätte.  An den Ecken wird er einfach mit Gummis an die Tür gehängt. Die 24 Säckchen darauf sind mit KamSnaps befestigt und können also eines nach dem anderen abgeknöpft werden.

Mit KamSnaps werden die Säckchen befestigt.

Mit KamSnaps werden die Säckchen befestigt.

Die Bänder zum Verschnüren der mit Datum bestickten Säckchen hatte ich eigentlich in die Seitennaht eingearbeitet, allerdings lösten sich einige der Bänder beim Waschen auf (da ich die Enden nicht abgeflammt oder anders versäubert hatte), sodass in diesem Jahr in einigen Fällen an Stelle der eingenähten Bänder normales Geschenkband getreten ist.

Jetzt bin ich schon gespannt auf das Gesicht des Adventskalender-Öffners, der ihn heute an seiner Arbeitszimmertür vorfindet!

SnapPap meets Flausch

So schön der neue Arbeitsplatz ja ist, einen Haken hatte er: Da die große Tischplatte nur eine Spanplatte aus dem Baumarkt und keine originäre Schreibtischplatte ist, sind die Kanten nicht abgerundet und ergonomisch gestaltet, sondern scharfkantig. Beim Nähen stört das weniger, da man die Unterarme meist nicht direkt auf der Tischkante ablegt, sondern eher in der Luft hält, um das Nähobjekt durch die Maschine zu führen. Beim Arbeiten am Computer war mir aber schnell klar, dass die Kante so auf Dauer zu unangenehm wäre. Also habe ich mir etwas ausgedacht: Eine Computerunterlage mit flauschiger Handgelenkauflage.

Nun bin ich nicht die erste, die eine Schreibtischunterlage aus SnapPap herstellt, habe für meine aber kleinere Maße gewählt und aus einem Reststück Alpenfleece eine flauschige Ablage fürs Handgelenk konstruiert, die nun verhindert, dass sich die Tischkante in den Unterarm bohrt. Und weil ich schon lange einmal ausprobieren wollte, SnapPap zu bestempeln, habe ich die Mousepad-Fläche mit kleinen Walen (Gratis-Beigabe einer Bastelmaterialbestellung) verziert. Das Ergebnis könnte dazu führen, dass ich meine Stempel-Auswahl mal erweitern muss…

Kurzanleitung

Falls jemand die Computerunterlage nachmachen möchte, hier die wenigen Schritte im Überblick:

Materialbedarf:
  • SnapPap (50 x 35 cm)
  • Alpenfleece oder anderer Stoff (ca. 52 x 12 cm)
  • Füllwatte o. ä.
  • passendes Garn und ggf. Verzierungsmaterial
Schritt für Schritt:
  1. SnapPap zuschneiden. Nach Wunsch die (oberen) Ecken abschrägen.
  2. Alpenfleece mit der flauschigen Stoffseite unten auf die Unterseite der Vorderkante pinnen und festnähen.
  3. Stoff nach oben umklappen und an den Seiten knapp um die Außenkante des SnapPap schlagen und festnähen. Nach Belieben die Naht als dekorative Außenlinie einmal um die gesamte SnapPap-Fläche führen.
  4. Die so entstandene Stofftasche mit Füllwatte ausfüllen
  5. Die Oberkante des Stoffes einschlagen und knappkantig feststeppen
  6. nach Wunsch die SnapPap-Fläche verzieren.

Fertig!

Giraffe im Jumpsuit

Ich habe es aufgegeben, einen Jumpsuit kaufen zu wollen. Alle Anproben endeten mit dem gleichen Bild: eine Giraffe im Strampelanzug. Ein Jumpsuit ist für lang Gewachsene quasi der Endgegner beim Klamottenkauf: Beine zu kurz, Taille verrutscht, Länge vom Schritt bis zur Schulter viel zu kurz… Wenn man knapp 1,90 m groß ist, wird man bei normaler Konfektionsware wohl kaum fündig. Also hilft nur Selbernähen.

Das erfordert natürlich eine entsprechende Anpassung des Schnittmusters. Das allerdings ist gar nicht so einfach wie es sich nun anhört. Zwar kommt das ausgewählte Schnittmuster mit einer recht detaillierten Maßtabelle, aber wie misst man die benötigte Innenbeinlänge, wenn man nicht ganz sicher ist, wo der Schnitt den Schritt vorsieht – ein bisschen locker darf die Hose ja ruhig sitzen. Und wie verhält sich die Distanz vom Schritt zur Taille – muss ich da auch noch etwas zugeben? Wohl deswegen empfehlen Profis immer erst ein Probeteil aus billigem Stoff zu nähen. Aber wenn ich schon Geld für Stoff ausgebe, will ich das Ergebnis im Zweifel auch tragen wollen. Also gleich ran an den richtigen Stoff! Ein schwarzer Interlock-Jersey und königsblaue Spitze lagen ja bereit.

Bei der Schnittmusteranpassung habe ich schließlich (vermeintlich großzügig) 8 cm Länge im Oberteil und 10 cm an den Beinen zugegeben und drauflosgenäht. Nach dem Nähen beider Einzelteile kam der spannende Moment – und die Ernüchterung: Wenn von Hose und Oberteil zusammengenommen noch einmal ca. 5 cm für den Tunnelzug verschwinden, stehe ich vor dem selben Problem wie bei käuflichen Jumpsuits.

Wäre ja auch zu einfach gewesen. Also doch Impro-Nähen und das Oberteil mit einem 5 cm breiten Streifen noch einmal verlängern. Daraus im nächsten Schritt den innenliegenden Tunnelzug zu basteln, war etwas fummeliger als im Originalschnitt vorgesehen und würde prüfenden Blicken eines Experten nicht standhalten. (Ich habe mir beim Nähen immer vorgestellt, was die Jury bei The Great British Sewing Bee jetzt dazu sagen würde…)

Und wie man auf den Fotos sieht, waren 10 cm zusätzliche Beinlänge auch keineswegs üppig. Schockiert es nur mich, dass ich statt 18 cm in der Gesamtlänge eher 30 cm hätte addieren sollen!?

Endlich ein Spielzimmer!

Nähprojekte verliefen bei mir bislang so: Schneidematte und Stoff unter dem Bett hervorholen (ersteres befand sich auf, zweiteres in einer Unterbettkommode), Schneidematte auf den Schreibtisch legen (der war damit voll), Stoff so geschickt falten bzw. zurechtschieben, dass das Schnittmusterteil richtig zu liegen kommt, mit etwas Hampelei den Rollschneider um das Schnittmuster bewegen (der Schreibtisch war nur von einer Seite zugängig), zugeschnittene Teile auf dem Bett zwischenlagern. Wenn alles zugeschnitten war, die Nähmaschine und die Overlock auf dem Schreibtisch aufbauen (Schreibtisch wieder voll) und zur Benutzung der Overlock das Pedal der Nähmaschine ausstöpseln und das Kabel zur Seite drapieren, um nicht mit den Füßen zwischen den Kabeln zu hängen.

Neuerdings sieht Nähen aber so aus:

Ich habe endlich ein eigenes »Spielzimmer« mit einem großen Arbeitsplatz. 2,50m Spanplatte aus dem Baumarkt sorgen für genügend Manövrierfläche, sodass Zuschneiden und abwechselndes Nähen an zwei Maschinen kein Problem mehr ist.

Doch nicht nur die Arbeitsfläche hat sich exorbitant vergrößert, auch die Organisation und Aufbewahrung des ganzen Zubehörs ist deutlich übersichtlicher geworden. Mit einem zusätzlichen Schubladenschränkchen vom Möbelschweden und einer aus der alten Küche mitgebrachten Magnetleiste herrscht jetzt praktische Zugänglichkeit, wo vorher (zwar sortierte) Plastikkisten und eine große Schublade reichen mussten. Auch die Stoffvorräte sind ins Blickfeld gerückt, wobei sich die Schuhboxen von besagtem schwedischem Möbelhaus schon vorher als Aufbewahrungslösung bewährt hatten:  überschaubar hohe Stapel, geschützt vor Staub, aber sichtbar – ideal also.

Was da übrigens oben auf meinem Nähtisch ausgebreitet ist, zeige ich im nächsten Post…

« Ältere Beiträge

© 2017 kakakiri

Theme von Anders NorénHoch ↑

%d Bloggern gefällt das: